henkel


(1) (Johann) Michael * Fulda 18. Juni 1780 | † ebd. 4. März 1851; Organist, Musiklehrer Komponist

(2) Georg Andreas * Fulda 4. Febr. 1805 | † ebd. 5. Apr. 1871; Sohn von (1), Musiklehrer, Komponist

(3) (Martin Georg) Heinrich * Fulda 16. Febr. 1822 | † Frankfurt/M. 10. Apr. 1899; Sohn von (1), Pianist, Dirigent, Musiklehrer, Komponist

(4) (Carl) Theodor * Fulda 12. Juni 1823 | † Frankfurt/M. 25. Juni 1901; Sohn von (1), Musikalienhändler und Musikverleger

(5) Sophie (Johanna Josephine) * Frankfurt/M. 14. März 1855 | † Gelnhausen 30. (nicht 31.) März 1944; Tochter von (3), Musiklehrerin

(6) Carl (Karl) (Theodor Heinrich Michael) * Frankfurt/M. 21. Okt. 1857 | † Falkenstein (heute Ortsteil von Königstein) 26. Jan. 1945; Sohn von (3), Violinist

(7) Nanny (Emilie Therese) * Frankfurt 17. Jan. 1864 | † nicht vor 1906; Tochter von (3), Klavierlehrerin

(8) „F.“; Komponist(in)


(1)


Henkel war Sohn des Fuldaer Kammerlakaien und Klarinettisten Andreas Henkel und trat 1793 als Kalkant, 1798 als Cellist in die fürstbischöfliche Hofkapelle ein. 1802 wurde er Organist der Stadtpfarrkirche (1806 auch Kantor) und 1803 Domkantor. Außerdem war er von 1805 bis 1837 als Musiklehrer am Lehrerseminar tätig. Das städtische Musikleben prägte er nachhaltig durch die Einrichtung von Abonnementskonzerten (seit 1804), durch Gründung einer Harmonischen Gesellschaft (1808), einer Singakademie (1813) und eines gemischten Chors Caecilia (1837) sowie durch die Ausbildung zahlreicher Privatschüler. Michael Henkel war seit 1802 verheiratet mit Maria Caritas Barbara Zahn (1781–1818), seit 1820 mit deren älterer Schwester Maria Barbara Josepha (1780–1828), Töchter des Organisten und Kantors an der Fuldaer Stadtpfarrkirche Sebastian Zahn (1738–1822) und Enkelinnen des Hofkonzertmeisters Kaspar Staab (1717–1798).

Werke — s. Thorsten Pirkl, Der Fuldaer Komponist Michael Henkel (1780–1851). Verzeichnis seiner musikalischen Werke, Burghaun-Steinbach 2015; Privatdruck (u. a. D-FUl, D-Kbeer); eine ganze Reihe seiner Kompositionen ließ Henkel bei André in Offenbach bzw. Schott in Mainz erscheinen (s. die Abb. eines Schott-Titels [1819]; D-Kbeer)

Quellen — Briefe (an Schott), s. Kalliope; s. a. Spohr-Briefe hrsg. von Karl Traugott Goldbach


(2)


Georg Andreas Henkel, Schüler seines Vaters Michael (1), begann 1826 in Marburg ein Jurastudium, besann sich aber alsbald auf seine musikalischen Ambitionen. Nach Versuchen, eine musikalische Anstellung zu finden (um 1829 fungierte er kurzzeitig als Domorganist in Fulda, während Pläne, sich in Frankfurt, Paris bzw. Coburg als Musiker zu etablieren, nicht umgesetzt werden konnten), nahm er sein Studium wieder auf und schloss es 1834 mit dem Examen ab. Nach Besuch des Lehrerseminars in Homburg (Efze), wo er Orgelschüler Wilhelm Volckmars war, wirkte er 1837–1868 als Musiklehrer am kurz zuvor eröffneten Lehrerseminar in Fulda, seit 1848 auch (in der Nachfolge seines Vaters) als Musiklehrer am Gymnasium. Ab 1848 leitete er den neugegründeten Cäcilienverein, ab 1851 den Domchor (aufgelöst 1852, nachdem Henkel sich mit der Kirchenleitung überworfen hatte) sowie die von ihm gegründete Liedertafel. Auffallend ist Henkels Bestreben, mit bekannten Musikern seiner Zeit (unter ihnen Luigi Cherubini, Felix →Mendelssohn Bartholdy und Louis Spohr) in Kontakt zu treten, um seine Kompositionen beurteilen bzw. aufführen zu lassen. 1867 ernannte ihn die Universität Marburg wegen seiner musikalischen Verdienste zum Dr. phil. h. c.; im selben Jahr erhielt er die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft des preußischen Königs.

WerkeOrchesterwerke: Charakteristische Ouvertüre zu Wallensteins Lager von Schiller op. 6 (Widmung an Cherubini), Fulda: Selbstverlag [1831] <> Ouvertüre Macbeth (1835), ungedr. <> Sinfonie op. 20, ungedr.; D-B (autogr. Partitur, undatiert; digital) <> Kammermusik: Sonate (Kl., Vl.) op. 9, Darmstadt: Alisky [1832] <> Kompositionen für Tasteninstrumente: Variationen (Kl.), Offenbach: André [1817]; D-OF <> 2 Walzer und ein Geschwindmarsch (Kl.), Fulda: Müller [1830] <> Fughette a 3 voci (Org.), in: Neues deutsches Orgel-Magazin Bd. 1, Lief. 1, Magdeburg: Heinrichshofen [1851], S. 3 (digital) <> 5 Bagatellen (Kl.) op. 16 (komp. vor 1842), Fulda: Maier [1856] <> Vokalwerke mit Instrumentalbegleitung: Fest-Messe (Soli, Ch., Orch.) op. 26, ungedr.; D-B (autogr. Partitur, dat. 1863; digital) <> Gesänge für Männerchor: Sechs Gesänge (Trinklied, Serenade, Schenkentöchterlein, Die Volksverbesserung, Menschenherz, Kriegslied) op. 10, Fulda: Maier [1856]; SK-BRnm <> 4 Kriegslieder op. 31, Kassel: Luckhardt [1871]; ehem. D-B <> Lieder mit Klavierbegl.: Sechs Lieder und Gesänge (Die drei Lieder, Die Nonne, Frühlingsglaube, „Im Fass singt mannigfaltig“, Das Mädchen vor den Thüren, Concertino) op. 14, Fulda: Maier [1858]; D-B <> Sechs Lieder und Gesänge op. 15, ebd. [1858] <> Sechs Lieder (Blumengruss, „Es hat die warme Frühlingsnacht“, „Wenn du gute Augen hast“, Liebessehnen, Das Ständchen, Die Schildwacht) op. 22, Frankfurt: Henkel [1862] <> Einige kleinere Kompositionen (Klavierstücke, Lieder) sind in unterschiedlichen Sammelwerken überliefert, Manuskripte weiterer v. a. in D-F und D-FUl (s. RISMonline); einige der in Briefen an Mendelssohn und Spohr genannten Werke (darunter ein Halleluja, eine Gesangszene An die Ungetreue (Sst., StrQ)) sind ebenso nicht überliefert wie die vermutlich für die Abiturfeiern des Fuldaer Gymnasiums geschriebenen und in den Schulprogrammen erwähnten Gesänge für gemischten Chor.

Quellen — Briefwechsel mit Louis Spohr (s. Spohr-Briefe) <> Brief Henkels an Felix Mendelssohn Bartholdy (Fulda, 15. Apr. 1840); D-FUl <> Briefe Mendelssohns an Henkel s. Felix Mendelssohn Bartholdy. Sämtliche Briefe, hrsg. von Helmut Loos und Wilhelm Seidel, Kassel 2017 (CD-ROM) <> Brief Luigi Cherubinis an Henkel, Paris 6. Juni 1831; D-FUl <> Briefe Henkels an André in Offenbach (1830ff.); D-OF <> Eingaben Henkels an das Fuldaer Domkapitel (1851f.), in Acta betr. die Kathedrale; Inventar der Domkirche; Archiv des Generalvikariats Fulda (005-04, Fasc. 1) <> Schulprogramme Gymnasium Fulda 1860–1870 <> AmZ 30. Dez. 1829, 8. Juni 1831, 3. Juni 1835, 18. Sept. 1839, 9. Juni 1841, 31. Mai 1843, 12. Juli 1848; NZfM 26. Juli 1836, 31. Jan. 1840; Didaskalia 4. Juli 1848; Frankfurter Nachrichten 29. Mai 1859; Signale für die musikalische Welt 12. Febr. 1868, 12. Apr. 1871

Literatur — Bernsdorf (augenscheinlich nach persönlichen Mitteilungen Henkels)


(3)


Heinrich Henkel erhielt seinen ersten Unterricht vom Vater, mit dem er schon als Sechsjähriger vierhändig spielte. Seit 1839 setzte er seine Ausbildung in Frankfurt und Offenbach bei Aloys →Schmitt und Ferdinand Keßler (Klavier) sowie bei Johann Anton André (Musiktheorie) fort; für letzteren katalogisierte er den in dessen Besitz befindlichen Bestand an Mozart-Autographen. Nach dem Tod Andrés (1842) kehrte er nach Fulda zurück, um seinen erkrankten Halbbruder Andreas Henkel (1805–1871) als Musiklehrer am Lehrerseminar zu vertreten. Im Oktober 1846 brach er zu einem etwa einjährigen Studienaufenthalt in Leipzig auf, wo er Schüler u. a. von Ignaz Moscheles wurde. Von Fulda aus übersiedelte Henkel 1849 endgültig nach Frankfurt, betätigte sich zunächst als Klavierlehrer, machte sich als häufig auftretender Konzertpianist einen Namen und pflegte mit der musikalischen Prominenz der Stadt alsbald vertrauten Umgang. Nachdem er 1854 einen überkonfessionellen Verein für geistliche Musik ins Leben gerufen hatte, gründete Henkel gemeinsam mit Christian Hauff, Heinrich Hilliger und Wigand Oppel im Oktober 1860 die Frankfurter Musikschule, die er bis zu seinem Tod leitete und die anschließend von seiner Tochter Sophie (5) weitergeführt wurde. Anstelle des 1860 verstorbenen Franz Messer übernahm er zusätzlich die Leitung des Philharmonischen Vereins, die er 1868 aufgab (sein Nachfolger wurde Franz Friederich) zugunsten derjenigen des Hanauer Instrumentalvereins; 1878 war er Präsident des Frankfurter Tonkünstlervereins Leyerkasten. Aus gesundheitlichen Gründen reduzierte er jedoch alsbald seine diesbezüglichen Aufgaben und konzentrierte sich verstärkt auf seine Lehrtätigkeit. Henkel war seit 1854 mit Johanna Hofmann, der Tochter eines Thurn und Taxisschen Ober-Revisors, verheiratet. Neben zahlreichen anderen Ehrungen erhielt er 1883 den Titel eines königlich preußischen Musikdirektors, und 1890 wurde er von der Universität Marburg zum Doctor musices honoris causa promoviert.

WerkeKompositionen (nach Opuszahlen unter Berücksichtigung der mit Opuszahlen versehenen Manuskripte; einige Werke wurden erst nachträglich in verbliebene Lücken eingefügt): Deux Morceaux de Salon (Kl.) op. 1 [erst bei der NA hinzugesetzt], Offenbach: André [1846]; D-F, D-OF – NA 1876; D-OF <> Six Variations (Kl.) op. 2, ungedruckt; D-FUl (Ms.) <> Fünf Lieder (Sst., Kl.) op. 4, Offenbach: André [1849/50]; A-Wn, CH-Bu, D-F, D-OF <> Lied Sängerwonne (Sst., Kl.) op. 5, Kassel: Luckhardt [1850]; A-Wn <> Letzte Rose (Last Rose). Duo (Kl. 4ms) op. 6, Offenbach: André [1850]; D-OF – NA 1876; D-F <> Gesellschafts-Serenade (4 Vl.) op. 7, ebd. [1899]; D-F, D-FUl, D-OF – als op. 7 war ursprünglich ein Festgruß (4st. Fch.) vorgesehen; D-F (Autogr. mit Revisionsvermerk 1898) <> Vier Lieder (Sst., Kl.) op. 8, ebd. [1851]; D-F, D-Mbs (digital), D-OF <> Lied Frühlingsdrängen op. 9, ebd. [1857]; D-OF <> Charakteristische Ouvertüre (Orch.) op. 10 (aufgeführt Frankfurt 1860), ungedruckt; D-F (Autogr.) <> Cantabile (Kl.) op. 11, Offenbach: André [1858]; D-F, D-OF – NA 1868 <> Impromptu (Kl.) op. 12, ebd. [1858]; D-F, D-OF <> Streichquartett [Nr. 1] op. 13, ungedruckt; D-F (Autogr., dat. 1847, 1849) <> Trauermarsch auf den Tod des Feldmarschalls Radetzky (Kl.) op. 14, Offenbach: André [1858]; D-F, D-OF <> Instructive Clavierstücke op. 15 (2 Hefte), Leipzig: Kahnt [1859, 1863]; D-B <> Rhapsodie (Kl.) op. 16, Leipzig: Kistner [1858]; D-F <> Nocturne (Kl.) op. 17, ebd. [1858]; D-F <> Variations brillantes (Kl.) op. 18, ungedruckt; D-FUl (Ms.) <> Sicilienne. Morceau élégant (Kl.) op. 19, Leipzig: Kistner [1859]; D-F <> Sechs Gesänge (S, A, T, B) op. 20, ebd. [1859]; D-F (Autogr.) <> Huldigungspolka (Orch.) op. 21, ungedruckt; D-F (Autogr., dat. 1872) <> Trio (Kl., Vl., Va./Vc.) op. 22, Offenbach: André [1860]; D-F (auch Autogr., dat. 1858/59), D-FUl, D-OF <> Sechs Gesänge (4st. Mch.) op. 23, Leipzig/Winterthur: Rieter-Biedermann [1862]; D-F <> Schneider-Ballade (5st. Mch.) op. 24, Mainz: Schott [1861]; D-B <> Festouvertüre zum 25jährigen Stiftungsfest des philharmonischen Vereins (Orch.) op. 25, ungedruckt; D-F (Autogr., dat. 1859) <> Trio (Kl., Vl., Vc.) op. 26, ungedruckt; D-FUl (Ms., Fragment) – später als op. 26 vorgesehen war das Streichquartett Nr. 2, ungedruckt; D-F (Autogr., dat. 1861, revidiert 1890) <> Dreissig Klavierstücke für die Jugend op. 27, Offenbach: André [1864]; D-F, D-OF, GB-Lbl – als op. 27 war ursprünglich eine Klaviersonate vorgesehen, ungedruckt; D-FUl (Ms.) <> Drei Märsche für Familienfeste (Kl. 4ms) op. 28, ebd. [1871]; D-OF <> Te deum laudamus (Solost., Chor, Orch.) op. 29 (mit Widmung an König Wilhelm I. von Preußen), ungedruckt; D-F (Autogr.) <> Les deux amies (Vl., Kl.) op. 30, Offenbach: André [1868]; D-F, D-FUl (Autogr., dat. Kreuznach 1867), D-OF, GB-Lbl <> Deuxième Impromptu (Kl.) op. 31, ebd. [1868]; D-F, D-OF <> Romance (Kl.) op. 32, ebd. [1868]; D-F, D-OF – ursprünglich vorgesehen als op. 32 war eine Ouverture pastorale (Orch.), ungedruckt; D-FUl (Autogr., dat. Badenweiler 1861) <> Drei Quartette (4 Hr.) op. 33, ungedruckt; D-F (Autogr., dat. 1862) <> Fest-Polonaise in Form eines Fackeltanzes (Orch. bzw. Kl.) op. 34, ungedruckt; D-F (Autogr., dat. 1870, revidiert 1893) <> La Gita in Gondola. Morceau caractéristique (Kl.) op. 35, Offenbach: André [1874]; D-OF, GB-Lbl <> Duo (Vl., Kl.) op. 36, ungedruckt; D-FUl (Autogr., dat. 1858, revidiert 1885) <> Galop de Salon (Kl.) op. 37, ebd. [1871]; D-OF <> Zwölf Tonstücke leichterer Gattung (Kl.) op. 38 (2 Hefte), ebd. [1870]; CH-Bu, D-F, D-OF <> Le Printemps. Valse (Kl. 4ms) op. 39, ebd. [1870]; D-OF <> Deutscher Triumph-Marsch (Kl. 2ms bzw. Kl. 4ms bzw. Militär-Orch.) op. 40 („Komponirt am 10. Mai 1871“; mit Widmung an Bismarck), ebd. [1871]; D-Cl (Kl. 2ms), D-F (Kl. 4ms und Autograph), D-Kbeer (Kl. 2ms), D-OF, GB-Lbl (Kl. 2ms) <> Zwölf Lieder (Sst., Kl.) op. 41, ungedruckt; D-F (Autogr.), D-FUl (Ms.-Fragment) <> Zwei heitere Gesänge (4st. Mch.) op. 42, ungedruckt; D-F (Autogr.) <> 16 Lieder (Sst., Kl.) op. 44, ungedruckt; D-F (Autogr.) <> Zwei instructive Sonatinen (Kl.) op. 45 (komponiert 1875 und 1876), Leipzig: Kahnt [1877]; D-F – ursprünglich als op. 45 vorgesehen war die Palmengarten-Huldigungs-Polka (Orch.); D-F (Autogr.) <> Drei zweistimmige Lieder (m. Kl.) op. 46, ungedruckt; D-F (Autogr.) <> Fünf patriotische Lieder (4st. Mch.) op. 47, ungedruckt; D-FUl (Ms.) <> Drei Lieder (Sst., Kl.) op. 48, Frankfurt: Henkel [1880]; D-B (Nr. 3) <> Danse Espagnole. Morceau caractéristique (Vl., Kl.) op. 49, Offenbach: André [1878]; D-OF <> Graduale (B, Strq., Hörner oder Org. bzw. Harm.) op. 50, ungedruckt; D-F (Autogr.) <> Zwei leichte Sonatinen für den Unterricht (Kl.) op. 51, Offenbach: André [1879]; D-F, D-OF, GB-Lbl <> Venezianisches Gondellied (Kl.) op. 52, ungedruckt; D-F (Autogr.) – als op. 52 vorgesehen waren auch ein Ave Maria (3 Fst.); D-F (Autogr.), D-FUl (Ms.), sowie ein Fest-Gruß zur Silbernen Hochzeit (S, A, T, B); D-F (Autogr., dat. 1898), D-FUl (Ms.) <> Benedictus (T, Kl.) op. 53, ungedruckt; D-F (Autogr., dat. 1887) <> Weihnachtsklänge. Festmarsch (Kl. 4ms) op. 54, Frankfurt: Henkel [1889]; D-FUl <> Idylle (Vl., Kl.) op. 55, Offenbach: André [1881]; D-FUl, D-OF <> Introduction und Rondo capriccioso [bzw.] brillant (Kl.) op. 56, ungedruckt; D-F (Autogr.), D-FUl (Ms.) – als op. 56 vorgesehen war auch ein Andante maestoso (Kl.); D-FUl (Manuskript) <> Fantaisie-Caprice (Kl.) op. 57, Frankfurt: Steyl & Thomas [1890]; D-F, D-FUl <> Zwei Albumblätter (Kl.) op. 58, ebd. [1888]; D-F, D-FUl (Ms.) <> Studien mittlerer Schwierigkeit (Kl.) op. 59; Berlin: Simrock [1888]; D-F (Autogr., dat. 1880), D-FUl, GB-Lam <> Andante et Allegro risoluto (Kl.) op. 60, London: Chanot [1884]; D-F (Autogr., dat. 1883), GB-Lbl <> Trio concertant (3 Vl.) op. 61, ebd. [ca. 1890] – später als op. 61 vorgesehen war ein Violinkonzert; D-F (Autogr. des Andante, dat. 1897), D-FUl (Ms. eines Concertstücks, dat. 1883) <> Six easy and instructive pieces (Vl., Kl.) op. 62; London: Chanot [ca. 1885]; GB-Lbl <> Introduction & Polacca (3 Vl., Vc., Kl. ad lib.) op. 63, London: Augener [1895]; D-F (auch Autogr., dat. 1883, revidiert 1894) <> Marche (3 Vl., Vc., Kl. ad lib.) op. 64, London: Chanot [ca. 1885]; D-F (Autogr., dat. 1884), D-FUl, GB-Lbl <> Zwei Toccatas (Kl.) op. 65, ungedruckt; D-F (Autogr., „Rev. 1896“) <> Gavotte (Kl.) op. 67, Frankfurt: Steyl & Thomas [ca. 1890]; D-FUl (auch Autogr.) <> Suite (2 Vl., Kl.) op. 68, London: Chanot [ca. 1890]; GB-Lbl <> Toccaten (Kl.) op. 69, ungedruckt; D-FUl (Ms.) <> Valse-Impromptu (Kl.) op. 70, Frankfurt: Steyl & Thomas [1888]; D-F, D-FUl (auch Autogr., dat. 1887) <> Lied ohne Worte (Vl./Vc., Kl.) op. 71, ebd. [1888]; D-F (Autogr.) – Titelauflage (nach 1905) Regensburg: Germann <> Ballade (Vc., Kl.) op. 72, London: Augener [1888]; D-FUl, GB-Lbl <> Romanze (Kl.) op. 73, Frankfurt: Steyl & Thomas [1889]; D-F, D-FUl (Ms.) <> Gruß nach Norden. Tonbild (Kl.) op. 74, ungedruckt; D-F (Autogr., dat. 1889) <> Fantasiestück (Kl.) op. 75, Frankfurt: Steyl & Thomas [1889]; D-FUl (auch Autogr., dat. 1889) <> Fantasie und Scherzo (Kl.) op. 77, Frankfurt: Henkel [1890]; D-F, D-FUl (Autogr., dat. 1889) <> Drei Duette (2 Fst., Kl.) op. 78, ungedruckt; D-F (Autogr.) <> Toccata (Kl.) op. 79, Leipzig: Kahnt Nachfolger [ca. 1891]; D-FUl, D-KNh <> Humoreske. Tonstück (Kl.) op. 80, Frankfurt: Steyl & Thomas [1891]; D-F, D-FUl <> Gavotte moderne (Vl., Kl.) op. 81, London: Augener [ca. 1897]; D-F (Autogr., dat. 1893), GB-Lbl <> Die Schule der Technik für die Mittelstufe (Tonleiterstudien f. Kl.) op. 82, ungedruckt; D-F (Autogr.) <> Drei Gedichte (S, A, T, B) op. 83, Offenbach: André [1894]; D-F (Autogr.), D-FUl, D-OF <> Huldigungs-Marsch (Kl.) op. 84, Leipzig: Dietrich [1894]; D-B <> Rondo giocoso (Vl., Kl.) op. 85, London: Augener [1896]; D-FUl, GB-Lbl <> Drei charakteristische Tonstücke (Vl., Kl.) op. 86, ungedruckt; D-FUl (Autogr., dat. 1897) <> in D-FUl und D-F zahlreiche weitere seit 1839 entstandene Werke ohne Opuszahl als Manuskript überliefert, darunter vor allem Klaviermusik und Lieder (vgl. RISMonline) <> Bearbeitungen: Im Druck erschienen Arrangements von Werken Bachs, Beethovens, Haydns, Moscheles’, Aloys Schmitts u. a.; als Ms. sind Kadenzen zu Klavierkonzerten Beethovens (op. 15 und 37) und Mozarts überliefert (D-F, D-FUl) <> Lehrwerke: Der erste Klavierunterricht […], Frankfurt: Diesterweg [1863] bzw. Hermann [1865] – 2. und 3. Aufl. Offenbach: André [seit 1878]; D-BEU, D-F, D-FUl, D-OF <> Die Vorschule des Klavierspiels, Heft 1 und 2, Frankfurt: Henkel [1880]; D-B, D-F – später als 1. Abteilung in der Schule des Mechanismus erschienen <> Grundzüge der Methodik des Klavierunterrichts, Frankfurt: Steyl & Thomas 1890; CH-Bu, D-F, D-FUl, NL-Au <> Die Schule des Mechanismus als Grundlage des Klavierspiels, 3 Abteilungen zu je 2 Heften, Offenbach: André [1895]; D-F, D-FUl, D-KNh, D-OF <> Triller-Studien-Album, ebd. [1897]; D-FUl, D-Kbeer (s. Abb. 3), D-OF <> Schriften: Thematisches Verzeichniß derjenigen Originalhandschriften von W. A. Mozart, welche Hofrath André in Offenbach a. M. besitzt, Offenbach 1841 <> Musikalischer Compass. Ein Führer durch die Wahl der Literatur in den verschiedenen Stadien des Klavierunterrichts, Offenbach: André 1873; D-F <> Leben und Wirken von Dr. Aloys Schmitt, Frankfurt 1873 (D-Mbs digital) <> Lehrbuch der Tonsetzkunst von Anton André […], in gedrängter Form neu herausgegeben, Offenbach, 3 Bde., 1874 (D-Mbs digital), 1876 (D-Mbs digital), 1878 (D-Mbs digital) <> Mittheilungen aus der musikalischen Vergangenheit Fuldas, Fulda 1882 (D-FUl digital) <> Aufsätze in Fachzeitschriften

Quellen (Auswahl) — umfangreiche Nachlassteile in D-F sowie D-FUl (darunter Briefe und Tagebücher; s. hierzu Theele); zum dort überlieferten Notenmaterial s. RISMonline <> Acta betr. Verleihung des Titels Musikdirector 1881–1888; D-Bda (Best. Preußische Akademie der Künste Berlin, Akte 404) <> Korrespondenz mit André in Offenbach (D-OF); Brief an Schott in Mainz (1860; D-B) (digital); Briefe von u.a. Julius Stockhausen und Clara Schumann an Henkel, sowie von Henkel selbst, s. Kalliope <> zahlreiche Notizen in der Fach- und Lokalpresse <> Franz Emil Melde, Heinrich Henkel. Ein Lebensbild, in: Hessenland (Kassel) 1. Juni 1899, S. 135–139 (auch separat erschienen)

Abbildung 1: Heinrich Henkel, Fotografie von Emil Rheinstaedter (Digitalisat aus D-F, Porträtsammlung Manskopf)

Abbildung 2: Eigentumsübertragung und Honorarquittung zu Henkels op. 22 für André in Offenbach (25. Juni 1859); D-OF


(4)


Theodor Henkel war wie seine älteren Brüder Georg Andreas und Heinrich Schüler seines Vaters, ergriff aber nicht den Beruf eines Musikers, sondern den eines Buch- und Musikalienhändlers, als der er seit 1846 in Fulda tätig war. Nachdem er im März 1854 das Frankfurter Bürgerrecht erhalten hatte, ließ er sich dort nieder und eröffnete eine Musikalienhandlung (Magasin de Musique), der er 1856 einen Musikverlag anschloss. Durch seine Verehelichung mit der aus Voerde am Niederrhein stammenden Emilie Stamm (1854) wurde er Schwager von deren Bruder Gustav Adolf (* Voerde ca. 1839 | † Frankfurt 1. Juli 1903), der seit 1870 gemeinsam mit ihm firmierte („A. Stamm“) und das Geschäft nach seinem Tod übernahm. 1903, nachdem auch Stamm verstorben war, führte es seine Ehefrau weiter; seit Apr. 1911 zeichnete Max Kastl als Inhaber, und im April 1914 ging die Firma auf Fritz Baselt über, der sie 1931 an Wilhelm Gebauer in Leipzig veräußerte. Zu Henkels Autoren zählen neben seinem Bruder Heinrich viele weitere Komponisten aus der Region, unter ihnen Johann Drinnenberg, Georg Goltermann, Wilhelm Hill, Theodor Mauss, Christian Siedentopf, Emil Sulzbach und Martin Wallenstein.

Datierungshilfe (nach Verlagsnummern)

1–15: 1856
19: 1859
30: 1863
164–179: 1864
187: 1865
209–213: 1866
218–230: 1867
235–247: 1868
254–261: 1869
269: 1870
275–277: 1871
320:   1878
330: 1879
336: 1880
339: 1882
350–354: 1883
337: 1884
381–390: 1890
398: 1896
400: 1899
405–407: 1900

Quellen — KB Frankfurt <> Senatssupplikationen 588/17; D-Fsa <> Adressbuch des deutschen Buchhandels 1914 <> Frankfurter Adressbücher 1855ff. <> MMB

Abbildung: Pianoforte-Lager und Musikalienhandlung Theodor Henkel am Frankfurter Theaterplatz (links neben dem Hotel zum Schwan) nach einer Postkarte (ca. 1908); D-Kbeer


(5)


Sophie Henkel besuchte wie ihr Bruder Carl (6) die Musikschule ihres Vaters und trat bei den öffentlichen Konzerten seit 1870 als Klavierspielerin auf. Sie wurde zudem Schülerin von →Clara Schumann und lehrte seit 1879 selbst an der Musikschule, deren Leitung sie 1899 übernahm und bis ca. 1930 innehatte; 1908 trat ihr Henri Pusch als Mitdirektor zur Seite. 1897 gründete sie die Musiksektion des Allgemeinen deutschen Lehrerinnenvereins, der sie bis 1922 vorstand.

Quellen — Standesamtsregister Gelnhausen <> Nachlass in D-F <> Didaskalia 5. Mai 1870, 2. Apr. 1872; Wiener Illustrirte Frauen-Zeitung 15. Okt. 1898; Musikalisches Wochenblatt 15. Juli 1909; Signale 19. Juli 1922; ZfM Nov. 1935, S. 1278, sowie weitere Notizen in der Lokal- und Fachpresse.

Abbildung: Sophie Henkel, Fotografie von Heinrich Junior (Digitalisat aus D-F, Porträtsammlung Manskopf)


(6)


Carl Henkel war Schüler seines Vaters (3) und besuchte mit seiner Schwester Sophie seit spätestens 1870 die Frankfurter Musikschule, in deren Konzerten er sich als Geiger hören ließ; außerdem erhielt er Unterricht von Joseph Joachim in Berlin. Noch bis 1881 lebte Henkel, gelegentlich als Solist auftretend und seit 1878 mit Lehraufgaben (Violine, Klavier) an der Musikschule betraut, in Frankfurt, bevor er sich in London niederließ, wo er noch 1896 nachweisbar ist und einige Werke seines Vaters veröffentlichen ließ. Wann er in die Rhein-Main-Region zurückkehrte, ist noch unklar; der Sterbeeintrag nennt ihn „Professor für Violine“. Henkel besaß die nun im Salzburger Mozarteum verwahrte „Costa-Geige“ (1764) aus dem Besitz Mozarts, die sein Vater 1840 Johann Anton André abgekauft hatte.

WerkeFingerübungen für Violine, 3 Hefte, Offenbach: André [1881]; D-F, D-OF, GB-Lbl

Quellen — Standesamtsregister Falkenstein <> Didaskalia 5. Mai 1870, 15. Apr. 1871, 2. Apr. 1872; NZfM 15. Aug.1879, 25. Febr. 1881 <> Signale Nov. 1880, S. 973 <> Musical Notes (London) 2. Mai 1896 sowie Notizen in weiteren Londoner Blättern

Abbildung: Carl Henkel, Fotografie (Digitalisat aus D-F, Porträtsammlung Manskopf)


(7)


Nanny Henkel ist für die Jahre 1894 bis 1906 als Klavierlehrerin der Frankfurter Musikschule nachgewiesen.

(8)


Wer sich hinter „F. Henkel“ verbirgt, der oder die 1868 als op. 2 eine Cella-Polka für Klavier veröffentlichte, ließ sich bislang nicht ermitteln. Die Tatsache aber, dass das (offenbar nicht überlieferte) Stück bei Henkel (4) in Frankfurt erschien, macht eine Zugehörigkeit zur Familie mehr als wahrscheinlich. Vielleicht handelt es sich um Friederike, die damals 12jährige Tochter Heinrich Henkels.


Quellen (zu 1–8) — KB Frankfurt und Fulda <> Adressbücher Frankfurt <> MMB <> Robert und Clara Schumann im Briefwechsel mit Michael, Andreas, Heinrich, Johanna, Sophie und Theodor Henkel 1834 bis 1895, hrsg. von Annegret Rosenmüller, in: Schumann Briefedition Serie II, Bd. 16,1, Köln 2020, S. 537–626

Literatur (zu 1–7) — Joseph Theele, Die Sammlung Henkel in der Landesbibliothek Fulda, in: Fuldaer Geschichtsblätter 27, 1934, S. 89–93 <> Gottfried Rehm, Die Musikerfamilien Zahn, Staab und Henkel, in: Hessische Familienkunde 16, 1982, S. 65–79 <> ders., Musikantenleben. Beiträge zur Musikgeschichte Fuldas und der Rhön im 18. und 19. Jahrhundert, Fulda 1997 <> Gottfried Heinz-Kronberger, Die Capella Fuldensis. Musikhandschriften in Frankfurt am Main, in: Kirchenmusikalisches Jahrbuch 91 (2007), S. 83–99 <> Axel Beer, Art. Henkel (Familie), in: MGG2P (dort weitere Quellen- und Literaturangaben)


Axel Beer (Nr. 2 gemeinsam mit Karl Traugott Goldbach)

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  • Zuletzt geändert: 2024/01/01 18:47
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