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RUPP, HEINRICH * Zahlbach 27. Jan. 1838 | † Mainz 22. Febr. 1917; Komponist, Dirigent

Heinrich Rupp wurde als Sohn eines Klavierlehrers und gleichzeitig Mitgliedes des Mainzer Theaterorchesters Adam Rupp und seiner Frau Apollonia geb. Klug geboren. Er studierte unter anderem bei Julius Rietz am Leipziger Konservatorium, wo er eine Freundschaft mit Wendelin →Weissheimer schloss. Dort trat Rupp in öffentlichen Konzerten auf, etwa 1855 aus Anlass der Feierlichkeiten des Geburtstags König Johanns von Sachsen. Bis 1862 war Heinrich Rupp an den Theatern zu Nürnberg, Würzburg, Meiningen und Cannstatt als zweiter Kapellmeister tätig. Danach kehrte er nach Mainz zurück und wurde 1864 Leiter des Männergesangvereins Liederkranz. Zudem war Rupp musikalischer Berater und Mitarbeiter vor allem Arrangeur des Musikverlags →Schott. Hier verfasste er insbesondere Bearbeitungen von Werken Richard →Wagners und anderer Komponisten (siehe Verzeichnis). 1876 wurde Heinrich Rupp Musikdirektor des Mainzer Philharmonischen Vereins als Nachfolger von Johann Staab. Seit 1877 war Rupp mit Maria Theresia geb. Metzner verheiratet. Er erhielt 1889 die Goldene Verdienstmedaille für Wissenschaft und Kunst von Großherzog Ludwig IV. von Hessen-Darmstadt. Ob es sich bei jenem A. Rupp, der seit 1845 bei Schott eine Reihe von Galoppen und Polkas veröffentlicht hat, um Heinrich Rupps Vater handelt, kann beim derzeitigen Forschungsstand nicht gesagt werden.

Werke1. Originalkomposition (erschienen bei Schott, wenn nicht anders vermerkt): a. Klavierwerke: Gavotte (Kl.), [1879] <> Un Rêve. Caprice (Kl.), [1889] <> b. Lieder: Waldblümlein spricht (Sst., Kl.), Offenbach: André [1868]; D-OF <> Ja du bist elend (Sst., Kl.) op. 1, Mainz: Herf & Wolff [1869] <> Nun klinge mein Lied (Sst., Kl.), [1881] <> Trinklied („Herr Wirth, den Zapfen aus dem Fass“) (Sst., Kl.) op. 36, Mainz: Kittlitz-Schott [1884] <> Nacht lag auf meinen Augen, aus dem Gedicht von Heine (Sst., Kl.), [1873] <> Meine Liebe ist mein Leben („In den Augen der Geliebten“) (Sst., Kl.), [1886] <> Rheinwein-Lied („Mit duftendem Rheinwein den Römer gefüllt“) (Sst., Kl.), [1890] <> Des Sängers Grab („Ein Kreuz prangt auf dem Hügel“) (4st. Mch.), [1892] <> Trinklied („Das war zu Assmannshausen“) (Sst., Kl.), [1895] <> Rückblick („Im Frühling unter Palmen“) (Sst., Kl.), [1896] <> Mein deutscher Wald („O du mein lieber deutscher Wald“) (Mch.), [1899] <> Zum Walde („Auf, auf, hinaus in Feld und Wald. Marschlied“) (Mch.), Mainz: Ebling [1903] <> Spielmannslied („Mit fröhlichem Lied“) (Mch.), [1908] <> 2. Bearbeitungen für Klavier (alle bei Schott in Mainz erschienen; alphabetisch nach Komponisten geordnet): J. S. Bach: Wiegenlied („Schlafe, mein Liebster“) aus dem Weihnachts-Oratorium (Sst., Kl.), [1881] <> Paul Beaumont: Talon Rouge (Kl. 4ms), [1893] <> Charles Auguste de Bériot: Fantasie über Motive (Kl.) op. 15, [1884] <> Luigi Bordèse: Les Brésiliennes op. 163 (Kl.), [1893] <> Anne Charton-Demeur: Valse L’Espérance op. 80 (Kl. 4ms), [1886] <> Alexandre Goria: Marche Triomphale op. 91 (Kl.), ebd. [1892] <> Louis Moreau Gottschalk: Le Poète mourant (Méditation) (Kl. 4ms), [1889] <> Pietro Carlo Guglielmi (verm.): Valse-Caprice, sur un Air favori de Guglielmo (Kl.), [1875] <> Georg Friedrich Händel: (Kl.), Hornpipe, [1876] <> Joseph Haydn (recte: Roman Hoffstetter): Sérénade (Kl. 4ms), [1888] <> Eugène Ketterer: Grande Valse Brillante op. 63 (Kl. 4ms), [1893] <> Franz Lachner: Suite Nr. 1 op. 113 (2 Kl. 8ms), [1872] <> Nicolas Jacques Lemmens: Morceaux: Nr. 1 Marche triomphale, Nr. 2 Fanfare, Nr. 3 Cantabile (Kl.), [1888] <> Tito Mattei: Ballade (Bei dem Becher) (Kl.), [1896] <> L’Enchanteresse, Valse sentimentale (Kl. 4ms), [1903] <> Felix Mendelssohn Bartholdy: Kriegsmarsch der Priester aus Athalia von (Kl. 4ms), [1881] <> Alberto Obregon: Trois Morceaux: Nr. 1 En Marche, Nr. 2 Amanda-Gavotte, Nr. 3 À m’amie (Feinsliebchen), Valse de Concert (Kl.), [1904] <> Niccolò Paganini: Le Streghe. Danse des Sorcières (Kl.), [1877] <> Jean Baptiste Sauvlet: Pfälzerlied op. 14 (Kl.), [1901] <> Sydney Smith: Gavotte op. 161 (Kl., Orch.), [1881] <> Richard Wagner: Siegmund’s Liebesgesang aus Die Walküre (Kl. und Kl. 4ms), [1873] <> Walther’s Preislied aus Die Meistersinger von Nürnberg (Kl. bzw. Kl. 4ms), [1874 bzw. 1882] <> Fantasie über Motive aus Siegfried (Kl.), [1876] <> Trauermarsch über Motive aus Siegfried (2 Kl. 8ms), [1876] <> Fantasie über Motive aus Götterdämmerung (Kl.), [1877] <> Fantasie über Motive aus Das Rheingold, (Kl.), [1877] <> Fantasie über Motive aus Die Walküre, (Kl.), [1877] <> Waldweben aus Siegfried (Kl. und Kl. 4ms), [1887] <> Grosser Festmarsch (Kl.), [1913] <> Huldigungs-Marsch (Kl.), [1913] <> Sebastián Yradier: El Areglito ou La Promesse de Mariage. Chanson havanaise (Kl.), [1881] <> Chanson La Paloma (Kl. 4ms), [1884]

QuellenLeipziger Zeitung Nr. 297, 16. Dez. 1855 <> Signale für die musikalische Welt Nr.66, Nov. 1881<> Neuester Anzeiger Nr. 122, 12. Mai 1889 <> Musikalisches Wochenblatt Nr. 22, 23. Mai 1889 <> Programmheft Bürger-Musik-Verein 1957 <> Festbuch der fünfzigjährigen Jubelfeier Mainzer Liederkranz, hrsg. von Carl Nentwig, Mainz 1887

Literatur — Wendelin Weissheimer, Erlebnisse mit Richard Wagner, Franz Liszt und vielen Anderen: Nebst deren Briefen, Stuttgart und Leipzig 1898, S. 34

Abbildung: Heinrich Rupp (Nentwig 1887, vgl. Quellen)


Yehuda Epafroditus

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  • Zuletzt geändert: 2019/03/06 23:07
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