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HAGEN (Familie)

(1) Johann Baptist * Mainz 22. Aug. 1818 | † Wiesbaden 11. Aug. 1870; Violinist, Pianist, Musikdirektor, Komponist

(2) (Ludwig Gustav) Adolph * Bremen 4. Sept. 1851 | † Dresden 4. Juni 1926; Sohn von (1), Violinist, Pianist, Musikdirektor, Komponist


(1) Hagen, Sohn des Mainzer Musikers Mathias H., begann 1836 seine Karriere als Musiker in Detmold; 1840 wurde er Operndirektor in Bremen und übernahm 1852 die Leitung der dortigen Theaterkonzerte. Im Herbst 1853 trat er die Nachfolge Louis Schindelmeissers als Königlicher Kapellmeister in Wiesbaden an, wo er auch die Leitung des Cäcilien-Vereins sowie später des Männergesangvereins übernahm, Quartett-Soireen veranstaltete, vielfach als Solist auftrat und 1861 sein 25jähriges Dienstjubiläum beging. Die Wiesbadener Zeit wurde unterbrochen durch ein 1865 angetretenes Engagement als Theaterkapellmeister in Riga (hier dirigierte er auch die Liedertafel), das er nach knapp zwei Jahren wegen des ihm nicht zuträglichen Klimas aufgab. Verheiratet war Hagen seit 1853 in zweiter Ehe mit der Sängerin Auguste Marpurg (ca. 1830–1893), einer Schwester von Friedrich Marpurg. Eine Verwandtschaft mit der Familie von Nestor und Oskar Hagen besteht augenscheinlich nicht.

WerkeSechs deutsche Lieder (Sst., Kl.) op. 1, Hannover: Woltmann [1840]; D-B <> Der Steckbrief (Sst., Kl.) op. 2; Hannover: Bachmann [ca. 1842] <> Sechs deutsche Lieder (Mch.) op. 3, Leipzig: B&H [1844]; ehem. D-B <> Oper Hinko, Bremen 1844; ungedruckt <> Festouverture zur Eröffnung des neuen Theaters in Bremen (1843); ungedruckt

Quellen und Referenzwerke — KB Mainz; Standesamtsregister Wiesbaden <> Adressbücher Wiesbaden <> AmZ 22. Jan. 1845; Signale für die musikalische Welt 25. Okt. 1852, 27. Okt 1861 (Dienstjubiläum), 15. Aug. 1870 (Todesmeldung) und passim; Süddeutsche Musik-Zeitung 8. Aug. 1853, 13. März 1854 und passim; NZfM 22. März 1846, 15. Okt. 1852, 7. Mai 1855 und passim; Rigasche Zeitung 21. Aug. 1865, 14. Juli 1867 und passim <> MMB


(2) Adolph Hagen erhielt bereits 1866 eine Anstellung als Violinist im Wiesbadener Theaterorchester und trat solistisch erstmals 1871 in Frankfurt mit →Mendelssohns Klavierkonzert d-moll öffentlich auf. 1873 wurde er Musikdirektor in Bremen, ging 1877 in dieser Position nach Freiburg, 1879 nach Hamburg, für die Saison 1882/83 nach Riga und 1883 nach Dresden; hier war er seit 1884 (als Nachfolger Franz Wüllners) auch mit der Leitung des Konservatoriums betraut. 1913 wurde Hagen pensioniert. Sein Sohn Hans (1902–2002) war in zahlreichen Städten (u. a. 1924 in Frankfurt) als Solocellist und Kammermusiker tätig; einige seiner Kompositionen erschienen bei →Schott in Mainz.

Werke — Operette Schwarznäschen (UA Bremen 1875); daraus Ouverture (Stimmen), Bremen: Fischer [1877] <> Zeitbild in vier Akten Jubiläumsfeier (Hausfrau und Weltdame; UA Bremen 1876); ungedruckt <> Kom. Oper Zwei Componisten, oder: Ein Schäferspiel in Versailles (UA Hamburg 1882); ungedruckt <> Concertouvertüre (NZfM 26. Juli 1872); ungedruckt <> Adagio religioso (Vl., Kl/Harm.), Bremen: Cranz [1879] <> Festmarsch (Kl. 4ms), ebd. [1879]

Quellen und Referenzwerke — Briefe s. Kalliope <> Didaskalia 15. Jan. 1871, 27. Jan. 1871; Musikalisches Wochenblatt 17. Febr. 1871, 11. Juni 1880, 11. Mai 1882; NZfM 26. Juli 1872, 9. Aug. 1872 und passim <> Zeitung für Stadt und Land (Riga) 6. Febr. 1882, 2. Sept. 1882 <> Rigasche Zeitung 19. Jan. 1882, 28. Febr. 1883 und passim <> MMB <> StiegerO

Literatur — Moritz Rudolph, Rigaer Theater- und Tonkünstler-Lexikon, Riga 1890 <> Klaus Blum, Musikfreunde und Musici. Musikleben in Bremen seit der Aufklärung, Tutzing 1975 <> Art. Adolf Hagen, in: A. Mason Clarke, A Biographical Dictionary of Fiddlers, London [1895] <> Art. Adolf Hagen, in: museum-digital:sachsen <> Art. Hagen, Hans, in: MüllerDML


Axel Beer und Gudula Schütz

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  • Zuletzt geändert: 2020/11/03 14:56
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