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FLINSCH, ERICH * Frankfurt am Main 14. Juli 1905 | † Ilbesheim 26. Dez. 1990; Pianist und Klavierpädagoge

Erich Flinsch wurde als jüngster Sohn einer Frankfurter Industriellenfamilie geboren, die im Besitz einer traditionsreichen Schriftgießerei war. Die kunstsinnige Familie hatte mit Clara Schumann bis zu deren Tod 1896 guten Kontakt. An Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt erhielt Flinsch seit 1919 Kompositionsunterricht bei Waldemar von →Bausznern. Klavierunterricht erhielt er von Alfred →Hoehn. Von 1926 bis 1929 studierte Flinsch an der Wiener Musikakademie Klavier bei Emil von Sauer, als dessen Assistent er an der Wiener Brahms-Gesamtausgabe mitarbeitete. Nach seinem Studium kehrte Flinsch nach Frankfurt zurück und war als Konzertpianist und Klavierlehrer tätig. 1938 heiratete er die Musiklehrerin Helga Preuße; aus ihrer Ehe gingen drei Töchter hervor. Flinschs Solistenkarriere, die ihn in den 30er Jahren vor allem nach Schweden führte, wurde zwischen 1940 und 1945 durch den Wehrdienst unterbrochen. 1947 erhielt Erich Flinsch einen Lehrauftrag für Klavier an der wiedereröffneten Frankfurter Musikhochschule, der 1955 in eine Professur umgewandelt wurde. Zu Flinschs Schülern gehörten Michael Ponti und Robert Leonardy. Zwischen 1954 und 1958 hatte er gemeinsam mit Gustav Lenzewski und Helmut Walcha die Leitung der Musikhochschule inne. 1978 wurde Flinsch emeritiert. Neben seiner Konzert- und Lehrtätigkeit war Flinsch Juror beim Internationalen Klavierwettbewerb des Pariser Konservatoriums und beim Internationalen Schumann-Wettbewerb in Zwickau. Außerdem war er Ehrenvorsitzender der 1956 von ihm mitbegründeten Frankfurter Robert-Schumann-Gesellschaft. Seinen Lebensabend verbrachte Erich Flinsch in Frankfurt und Königstein i. T.

WerkePhilipp Emanuel Bachs Einfluß auf Beethovens Schaffen, in: Musik im Unterricht 12/1959, S. 368–371 <> Ludwig Schuncke – Schumanns Freund und Mitbegründer der Neuen Zeitschrift für Musik, in: NZfM 6–7/1960, S. 199–203

Quellen — Dr. Hoch’s Conservatorium für alle Zweige der Tonkunst zu Frankfurt am Main. Jahresberichte <> Rechenschaftsberichte der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main

Literatur — Cahn 1979 <> Hugh McGinnis, The Wizardry of Michael Ponti, in: Clavier 11/1991, S. 10–18 <> Peter Cahn, Chronik eines halben Jahrhunderts. Die Frankfurter Musikhochschule 1947–1997, in: Hochschule für Musik und Darstellende Kunst 1947–1997, Frankfurt 1997, S.22–29 <> Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (Hrsg.), Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Festschrift zur Einweihung des Erweiterungsbaues 1990, Frankfurt am Main 1990 <> Vera Grützner, Waldemar von Baußnern – Leben und Werk, Kludenbach 1999

Abbildung: Erich Flinsch am Klavier, Fotographie im Besitz der Verfasserin


Carola Finkel

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  • von kk