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ABT, FRANZ (WILHELM) * Eilenburg (Sachsen) 22. Dez. 1819 | † Wiesbaden 31. März 1885; Komponist und Dirigent

Nach seiner Tätigkeit als Chordirigent in Zürich (1841–1852) wurde Abt an die Braunschweiger Hofkapelle berufen, die er seit 1855 leitete. Gleichzeitig engagierte er sich weiterhin für das Chorwesen und unternahm mit dem Braunschweiger Männergesangverein überaus erfolgreiche Konzertreisen, die bis nach Paris, London, St. Petersburg und Nordamerika (1872) führten. Die Verschlechterung seines Gesundheitszustands ließ ihn 1879 um seine Entlassung bitten, die ihm 1882 gewährt wurde. Bereits seit der Mitte der 1870er Jahre hielt sich Abt offenbar regelmäßig als Kurgast in Wiesbaden auf und hatte aktiven Anteil am dortigen Musikleben. Nachdem er im August 1881 gemeinsam mit Karl Lüstner als Preisrichter bei einem Wettbewerb deutscher Männergesangvereine mitgewirkt hatte, nahm er im Oktober des Jahres in der Kurstadt seinen neuen Wohnsitz. Von hier aus intensivierte er noch einmal den Kontakt mit seinem Hauptverleger André in Offenbach, mit dem er bereits seit 1845 zusammenarbeitete, und gab auf dessen Wunsch Sammelbände seiner erfolgreichsten Lieder und Duette heraus (Abt-Alben).

Werke — Die weit über 600 mit Opuszahlen versehenen Werke (ganz überwiegend Lieder und Gesänge für eine oder zwei Stimmen sowie Chöre mit und ohne Klavierbegleitung; insgesamt mehr als 3000 einzelne Kompositionen) erschienen zu einem großen Teil bei André in Offenbach (zumeist in D-OF vorhanden), einige auch bei Schott in Mainz und Bölling in Darmstadt. Seit der Zeit um 1880 konzentrierte Abt sich vorwiegend auf die Veröffentlichung von Märchendichtungen mit verbindender Deklamation für Soli, Chor und Klavierbegleitung, die vor allem bei André (mit beigegebenen Zeichnungen) erschienen, darunter: Rothkäppchen op. 526 [1878]; D-OF, D-Rp, D-Sl <> Aschenbrödel op. 545 [1879]; D-COl, D-Mbs, D-Rp <> Sneewittchen op. 550 [1880]; D-B, D-OF <> Die sieben Raben op. 570 [1882]; D-Hs, D-Mbs, D-OF, D-SPlb <> Rübezahl op. 600 [1883]; D-F, D-Hs, D-OF <> Dornröschen op. 601 [1884]; D-OF, D-Sl, D-SPlb

Quellen und Referenzwerke — Teilnachlass in D-Wa (Best. 298 N); weitere Materialien in D-BS und im Wiesbadener Stadtarchiv <> Briefe in D-B, D-F, D-MZs, D-WIl, s. Kalliope; weitere Korrespondenzen sowie Verlagsverträge und andere Quellen in D-OF <> Verzeichniss sämmtlicher Lieder und Gesänge von Franz Abt. Nach den Titeln und Anfangsworten alphabetisch geordnet, Leipzig [1873] <> MMB, Pazdírek, Kat. André 1900, Kat. Schott 1900 <> Karl Stelter, Erlebnisse eines Achtzigjährigen, Elberfeld [1903] <> NassB

Literatur – Bernhard Rost, Vom Meister des volkstümlichen deutschen Liedes, Franz Abt, Chemnitz 1924 <> Rainer Boestfleisch, Franz Abt (1819-1885). Dokumentation über Leben und Werk eines bedeutenden Braunschweiger Komponisten, Braunschweig 1996 <> Joachim Draheim, Art. Abt, in: MGG2P (dort weitere Quellen- und Literaturangaben)

Abbildung 1: Franz Abt, Fotografie von Wilhelm Koch (Digitalisat aus D-F, Porträtsammlung Manskopf)

Abbildung 2: Vier Lieder op. 340, Offenbach: André [1873]; D-KWbeer


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2020/07/23 19:30
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