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RIES, FERDINAND get. Bonn 28. Nov. 1784 | † Frankfurt/M. 13. Jan. 1838; Pianist und Komponist

Bevor Ferdinand Ries im April 1827 (nicht 1830) seinen Wohnsitz in Frankfurt nahm, hatte er u. a. in Wien (1803–1805 sowie 1808/09 als Vertrauter und zeitweiliger Schüler Beethovens), Paris, auf Reisen (1811–1813) und in London (seit 1813 als Klavierlehrer, Pianist und einer der Direktoren der Philharmonic Society) gelebt. 1824 übersiedelte er nach Godesberg und leitete zwischen 1825 und 1837 mehrfach die Niederrheinischen Musikfeste. Nach einer Konzertreise im Winter 1826/27 (Frankfurt, Berlin, Leipzig, Dresden) fand er mit seiner Familie in Frankfurt „mit unsäglicher Mühe eine schöne Wohnung“ (Brief an Franz Gerhard Wegeler, Frankfurt 19. Apr. 1827) und setzte die Arbeit an seiner ersten Oper Die Räuberbraut (Erstaufführung Okt. 1828; Libretto: Georg Döring) fort, die ihm einen beträchtlichen und lange andauernden Erfolg bescherte. Während der Frankfurter Zeit unternahm er neben Abstechern nach Mainz (u. a. zum Gutenbergfest 1837) und Wiesbaden (Kuraufenthalte) Reisen nach England, Frankreich und Italien. Ein öffentliches Amt bekleidete Ries in Frankfurt nicht, sieht man einmal ab von seiner Wahl zum Nachfolger von Johann Nepomuk Schelble als Leiter des Frankfurter Cäcilienvereins im August 1837, also wenige Monate vor seinem Tod. Sein Anteil an der Beethoven-Gesamtausgabe von Franz Philipp Dunst in Frankfurt (Collection Complète des Oeuvres pour le Pianoforte, 1829–1837) ist nicht zu unterschätzen.

Seit 2008 besteht in Bonn die Ferdinand Ries Gesellschaft e. V.

Werke — s. Hill 1977. Bei →Schott in Mainz, mit dem Ries seit 1826 in engerer Beziehung stand, erschienen als Originalausgaben die Opera 142 (1826), 143 und 144 (1827), 163 (1830), 167 und 172 (1832); anschließend bevorzugte Ries Franz Philipp Dunst als Verleger, bei dem bis 1839 die Opera 166, 168, 173, 174, 180 und 185 herauskamen. Beide Verlage, wie auch André in Offenbach, veröffentlichten außerdem zahlreiche Nachdrucke der in England publizierten Werke.

Quellen und Referenzwerke – Cecil Hill, Ferdinand Ries. A Thematic Catalogue, Armidale 1977 <> ders., Ferdinand Ries. Briefe und Dokumente, Bonn 1982 <> Axel Beer, Vier unveröffentlichte Briefe von Ferdinand Ries mit Bemerkungen über Beethoven, in: Bonner Beethoven-Studien 1 (1999), S. 22–28 <> Die Edition von 27 bisher nicht publizierten Briefen an C. F. Peters in Leipzig (u. a. vier Briefe aus Frankfurt) ist in Vorbereitung (vgl. hierzu Axel Beer, Unveröffentlichte Briefe von Ferdinand Ries an das Bureau de Musique in Leipzig, in: Ries Journal 2 (2012), S. 28–33); ein weiterer Brief (Kreuznach 6. Aug. 1835, an die Mainzer Liedertafel) befindet sich in D-MZl. Briefe, u.a. an Schott, s. Kalliope

Literatur — Schaefer 1981 <> Christoph Hust, Art. Ries. Familie, in MGG2P (dort weitere Literaturangaben)

Abbildung 1: Ferd. Ries. Porträtlithographie von Johann Andreas Hatzfeld (1800–1836), Offenbach: André [ca. 1825]; D-KWbeer

Abbildung 2: Nachdruck des Marschs op. 61 Nr. 2 als erste Separatausgabe des 1826 in Godesberg komponierten und 1827 in The Harmonicon (London) erschienenen Werks, Frankfurt: Dunst [1832]; D-KWbeer


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2020/08/27 01:00
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