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MERTZ, LEON(H)ARD(US) * Stierstadt um 1430 | † um 1498; OFM, Ordensname: Frater Leonardus; Orgelbauer

Mertz war als Mitglied des Franziskanerordens Angehöriger des Barfüßerklosters in Frankfurt und erhielt wohl auch in dieser Stadt seine Kenntnisse im Orgelbau. Sein Wirkungskreis als Orgelbauer ging weit über das Gebiet des Mittelrheins hinaus: So schloss er 1459 einen Vertrag für einen Neubau in der Kathedrale von Barcelona – zu einem Zeitpunkt, zu dem er bereits als angesehener Orgelbauer galt: „Frater Leonardus Marti germanus natione ordinis fratrum minorum Cenobii Francofurti diecesis Moguntinensis Magister, constructor organorum.“ Er ist 1461 für kurze Zeit in Deutschland nachweisbar und ab 1463 wieder in Barcelona; 1470 wurde er zum Guardian seines Frankfurter Klosters gewählt. Mertz baute Blockwerk-Orgeln ohne schaltbare Register in Aschaffenburg (1475–1476), in Frankfurt (St. Bartholomäus 1472 und 1475–1477, Liebfrauen 1473 und 1477–1479, Dom 1475–1477, Barfüßer 1482–1483), in Nürnberg (1478–1479), Rothenburg (1480-1482), Heilbronn (1480–1482) und Würzburg (1482), am Wormser Dom (1482–1483), in Koblenz (St. Kastor 1489 und Stadtkirche 1494) und in Friedberg (1476). 1489 entstand eine Orgel für St. Alban in Mainz; die Kirche wurde am 23. August 1552 zerstört. Überhaupt ist keine seiner Orgeln erhalten, und nur wenige Dispositionen lassen sich höchstens ansatzweise rekonstruieren.

Literatur — Bösken 1967 <> Bösken 1975 <> Reinhard Frost, Art. Mertz, Leonhard, in: KlötzerFB <> Hermann Fischer, Art. Mertz, Leonhard, in: Frankfurter Personenlexikon online


Birger Petersen

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  • Zuletzt geändert: 2019/09/24 23:11
  • von kk