kerpen

KERPEN, HUGO FRANZ (ALEXANDER CARL) FREIHERR VON * Koblenz (nicht Illingen) 23. März 1749, get. ebd. (St. Kastor) 24. März 1749 | † Heilbronn 31. Dez. 1802; Domherr und Komponist

Hugo Franz von Kerpen, Sohn eines kurtrierschen Hofrats, gehörte seit 1779 dem Mainzer und 1782 auch dem Wormser Domkapitel an. Seit 1788 war er überdies Hofgerichtspräsident in Worms und verlegte 1798 seinen Wohnsitz nach Heilbronn. Während seiner Mainzer Zeit wirkte er mehrfach in Theateraufführungen mit; in Heilbronn ermöglichte der Kontakt mit dem Musiklehrer und -verleger Johann Amon in kurzer Zeit die Veröffentlichung einer ganzen Reihe von vermutlich bereits früher entstandenen Kompositionen.

Werke1. Instrumentalmusik: 3 Sonaten (Kl., Vl.) op. 1, Mannheim: Götz [1779]; RISM ô – daraus Sonate in F, in: Betrachtungen der Mannheimer Tonschule, Jg. 1, 1778 (Notenbeispiele, Lieferung 5–7, S. 95ff.), s. a. RISM K 478a; eine Abschrift hiervon in D-RH (s. RISMonline); Incipits aller Sonaten im Breitkopf-Katalog, Supplement 13, 1779/89, S. 25 <> Six Quatuors concertants (2 Vl., Va., Vc.), Mainz: Schott [1786]; s. RISM K 475 <> Une Sonate à quatre Mains pour Clavecin ou Piano-Forte op. 4, ebd. [1788]; s. RISM K 478; D-Mbs (digital, s. Abb.) <> Six grandes Sonates (Kl., Vl. obligé) op. 8, Heilbronn: Amon [1799]; s. RISM K 476, 477, KK 475a, 477a, 477b, 477c <> 7 Variationen über „Wir kommen von der Küste“ (Kl.), ebd. [verm. 1799] (erw. bei GerberNTL); RISM ô <> Grand Concert (Kl., Orch.) op. 9, ebd. [1801]; s. RISM K 474 <> 2 Trios (Kl., Vl., Vc.) op. 9 [bis], Offenbach: André [1805]; RISM ô <> als Manuskript überliefert: 2 Sinfonien (Partitur, dat. 1797 bzw. 1801); D-NZfg (s. RISMonline) <> ein in der Münchner Zeitung 27. März 1784 (Anhang) innerhalb der Auflistung einer Musikalien-Lotterie genanntes Grand Concert Kerpens ist verschollen oder evtl. identisch mit dem erst 1801 erschienenen. <> 2. Vokalmusik: a. Bühnenwerke: Singspiel Der Schiffbruch (Mainz 1778); daraus ein Rondeau in: Theater-Kalender, auf das Jahr 1779, Gotha: Ettinger; Libretto Frankfurt: Andreä 1778 (digital) <> Melodram Cephalus und Prokris (Mainz 1783); Libretto Mainz 1783 (digital) <> Singspiel Die Räthsel (Mainz 1790); daraus „ein Blatt Musik“ in: Allgemeines Theaterjournal, Frankfurt/M.: Pech 1792 (s. Der Anzeiger (Gotha) 18./19. Juni 1792); weiterhin Magnetisir-Menuet, Mainz: Schott [1794]; s. RISM K 479 <> Singspiel Claudine von Villa Bella (Mainz 1798); daraus: Abschrift eines Duetts in: D-MZmi (Gottron-Sammlung) <> [zweifelhaft, da in der Literatur wohl mit Joseph Starzers Werk verwechselt, das im Klavierauszug 1782 bei Schott erschien] Ballett Adelheid von Ponthieu (Mainz 1782 oder 1798) <> b. Lieder: Abschieds-Ode (Sst., Kl.), [Mainz: Schott 1782; Rezension bereits: Gothaische Gelehrte Zeitungen 2. Okt. 1782]; s. RISM K 473 <> Six Ariettes Italiennes (3 Sst., Kl.), Mainz: Schott [1792]; s. RISM K 470 <> Sechs Teutsche Lieder (Sst., Kl.), ebd. [1796]; s. RISM K 471 <> Sechs Deutsche Lieder (Sst., Kl.), 2. Sammlung, Heilbronn: Amon [1798/99]; s. RISM K 472 <> Cantate Der scheidende Geliebte; verschollen (Text als Fragment eines Gedichtbands in D-Mbs; digital)

Quellen und Referenzwerke — KB Koblenz <> GerberNTL <> StiegerO <> Müller 1977, Schneider 1989, Constapel 1998 <> zeitgenössische Presse (s. Werkverzeichnis) <> Axel Beer, Verlagsverzeichnis Amon in Heilbronn (unveröffentlicht)

Literatur — Gottron 1959 <> Günter Wagner, Hugo Franz Alexander Carl Freiherr von Kerpen, in: Lieder Mainzer Komponisten der Goethezeit, Mainz 2006, hrsg. von Günter Wagner (Musik vom Mittelrhein 1), S. XII–XIV (dort weitere Quellen- und Literaturangaben) <> Ders., Art. Kerpen, in: MGG2P


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2020/05/14 02:04
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