HERGET, ADOLPH (CHRISTIAN) * Lauterbach ca. 1805 | † ca. 1860?; Chor- und Solosänger, Gesangslehrer und Komponist

Herget, Sohn des großherzoglich hessischen Hofrats und Hoheitsbeamten Georg Friedrich Herget († 22.6.1810) und Caroline geb. Arnoldi, entschied sich auf Wunsch seiner Verwandten für eine musikalische Ausbildung mit dem Ziel Sänger zu werden. Ab 1824 ist er in Darmstadt nachweisbar, wo er finanzielle Unterstützung für die Gesangsausbildung bei Ferdinand Neukäufler erhielt. 1826 wurde er, wie auch sein späterer Hauptverleger Wilhelm Eduard Alisky, als Tenor im Hofchor unter Johann Christian Markwort aufgenommen und 1827 zum Hofsänger ernannt. Zudem reiste er, um außerhalb Darmstadts Bühnenerfahrung zu sammeln (u. a. 1825/26 nach Düsseldorf, Wesel, Fritzlar und Kassel), und bemühte sich um die weitere Ausbildung seiner Stimme, was mutmaßlich nach seiner Entlassung aus Darmstadt im Februar 1828 am Pariser Konservatorium erfolgte. Anschließend war Herget am Aachener Theater, spätestens ab November 1829 in Trier als Sänger und Gesangslehrer tätig. Dort verblieb er allerdings nicht lange und wandte sich nach Frankreich: Anstellungen an der deutschen Oper in Paris (1831) und in Rouen als Gesanglehrer der Société Philharmonique (1836) folgten, bevor er für kurze Zeit zurück nach Deutschland kehrte. Aus Kassel engagierte man ihn 1838/39 nach Amsterdam. In den nachfolgenden Jahren blieb er selten länger als eine Saison an einem Theater (1844 in Mainz), bis sich ab 1858 seine Spur verliert.

Werke — Überwiegend Märsche, Walzer, Polonaisen und andere kleine Stücke für Klavier; davon sind erhalten geblieben: 3 Walzer (einzeln), Mainz: Schott [1824], D-NEhz (No.1 digital, No.2 digital, No.3 digital) <> 2 Walzer, Offenbach: André [1825], D-OF <> Marsch La retour des Hussards, Darmstadt: Alisky [1831/32], US-SLug <> Walzer La tendresse, ebd. [1831/32], US-SLug <> Galopp La fête de Lauterbach, ebd. [1832], US-SLug <> Sentimento in: Amphion 2. Heft, Offenbach: André [1833]; NL-DHnmi <> Walzer Abschied von Amsterdam, Amsterdam: Theune [1839]; NL-DHnmi, NL-Uu <> außerdem mit Vokalbesetzung: Lied („C’est une mère“), Paris: Dorez [1829]; F-Pn <> Domine salvum fac regem (3 Sst., Chor ad. lib., Org.), Amsterdam: Theune [1839]; NL-DHnmi <> Ariette („Seid behutsam, holde Mädchen“) (Sst. m. Kl.), Ms. in D-DS (digital)

Quellen und Referenzwerke — Akte Herget in D-DSsa (D 12, 22/9; digital) <> Almanach für Freunde der Schauspielkunst, hrsg. von L. Wolff, Berlin 1836–1853 <> Deutscher Bühnenalmanach, hrsg. von Th. Entsch, Berlin 1854–1858 <> zeitgenössische Presse (u. a. Revue musicale (Paris) 11, 16.4.1831; Le Colibri (Rouen) 11, 5.6.1836; AmZ 37, 12.9.1838; De avondbode (Amsterdam) 267, 24.9.1838) <> Knispel 1891

Literatur — Alfons Fritz, Theater und Musik in Preussen seit dem Beginn der preussischen Herrschaft, in: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 26, Aachen 1904, S. 202 <> Bereths 1978, 1983 <> Constapel 1998 <> Bierwisch 2018


Martin Bierwisch | Kristina Krämer

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  • Zuletzt geändert: 2018/10/11 12:08
  • von kk