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HENRICH, HERMANN * Koblenz 11. Febr. 1891 | † Berlin 1. Febr. 1982; Komponist, Dirigent, Chorleiter

Nach erstem Klavierunterricht ab dem sechsten Lebensjahr bei der Mutter erhielt Henrich vom 11. Lebensjahr an Violinunterricht bei Franz Sagebiel am Konservatorium in Koblenz. Im Alter von 16 Jahren kam noch Klavierunterricht hinzu. Nach dem Abitur 1909 studierte Henrich am Stern’schen Konservatorium in Berlin Klavier, Komposition, Dirigieren, Theorie, Instrumentation sowie Musikgeschichte. Nebenher hörte er an der Universität musikwissenschaftliche Vorlesungen. Schon 1911 legte Henrich sein Kapellmeister-Examen ab und fand seine erste Anstellung als Korrepetitor und Chordirektor am Stadttheater Wuppertal. Trotzdem gab er im Koblenzer Theater 1912 sein Dirigenten-Debüt und ging im gleichen Jahr als Chorleiter mit zusätzlicher Kapellmeister-Verpflichtung nach Troppau. 1913 wurde er zur Wehrpflicht eingezogen. Nach Ende des Ersten Weltkrieges 1918 übernahm er die Stelle des Ersten Kapellmeisters am Stadttheater Koblenz sowie die Leitung des Koblenzer Männergesangvereins Rheinland (bis 1926). Außerdem begann er eine Reihe von Morgenkonzerten, in denen er mit anderen Musikern neben klassischer Literatur viele seiner eigenen Kammermusik sowie Werke zeitgenössischer Komponisten aufführte. 1926 ging Henrich als Kapellmeister an das Stadttheater Magdeburg, war von 1930 bis 1933 musikalischer Oberleiter des Altmärkischen Landestheaters in Stendal, und wurde anschließend in die Reichsmusikkammer nach Berlin berufen, wo er bis 1945 arbeitete. Während eines fünfjährigen Berufsverbots im Zuge der Entnazifizierung schrieb er einen Großteil seiner durch Kriegseinwirkung verlorengegangenen Kompositionen aus dem Gedächtnis neu auf. Obwohl er seinen Wohnsitz in Berlin/West hatte, verpflichtete ihn die Stadt Frankfurt an der Oder 1951 als Dirigenten der Sinfoniekonzerte und ernannte ihn ein Jahr später zum Städtischen Musikdirektor. Ab 1958 lebte Henrich als Ruheständler in Berlin.

Werke — Zahlreihe weltliche Vokal- und Kammermusikwerke sowie einige Opern und Orchesterwerke; überwiegend Mss. (vgl. Werkverzeichnis in RhM)

QuellenCoblenzer Zeitung <> Informationen von Hermann Henrichs Tochter Ursula verh. Conrad, Leipzig. Der gesamte Nachlass liegt im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.

Literatur — RiemannL 1929 <> Gerhard A. Heldt, Art. Henrich in: RhM, 8. Folge, S. 54–58 <> Fritz Bockius, 200 Jahre Theater Koblenz 1787–1987, Koblenz 1987 <> Uwe Baur, Art. Koblenz, in: MMM1 <> Claudia Behn, Art. Henrich, Hermann Bernhard Maria, in: Magdeburger Biographisches Lexikon digital


Uwe Baur †

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  • Zuletzt geändert: 2019/12/01 18:20
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