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FÉMY, FRANÇOIS * Gent oder Rotterdam 4. Okt. 1790 | † vermutlich Bordeaux 1853; Violinist und Komponist

Fémy, Schüler des Pariser Conservatoire, unternahm Konzertreisen durch Frankreich, England (London 1816–1818) und Deutschland, bevor er 1825 in Frankfurt am Main, bewundert aufgrund seines „vorzüglich schönen Violinspiels“ (Didaskalia 10. Apr. 1825), eine Anstellung im städtischen Orchester erhielt. Nachdem er im Januar 1826 Teile seiner Oper Der Raugraf und weitere Werke aus seiner Feder mit offenbar beträchtlichem Erfolg aufgeführt hatte, kehrte er Frankfurt bereits Ende des Jahres wieder den Rücken, um sich in England (zuächst in Derby; s. u.) niederzulassen. Seit 1834 war er in Rotterdam ansässig (s. u.). Noch im Dezember 1827 wurde in Frankfurt die Raugraf-Ouvertüre, „für 8 Flügel zu 32 Hände arrangirt“ (Didaskalia 16. Dez. 1827), aufgeführt. Zu seinen Frankfurter Schülern zählte Heinrich Wolff. Was es mit der bissigen Bemerkung von Carl Friedrich Peters über Fémy in einem Brief (Leipzig 13. Okt. 1825) an Louis Spohr („dem Menschen muß es im Kopfe fehlen oder vielmehr zu viel darinnen haben“) auf sich hat, konnte nicht geklärt werden.

Werke (Auswahl) — Der Raugraf (Ausschnitte konzertant Frankfurt 6. Jan. 1826); einzelne Nummern erschienen bis in die 1840er Jahre hinein in Bearbeitungen bei Frankfurter Verlegern, so der Soldaten-Chor (Kl. 4ms) bei Fischer [1826]; D-KWbeer (s. Abb.). Bei den Ausgaben von André, Schott und anderen deutschen Verlagen handelt es sich um Nachdrucke französischer Originale.

Quellen und Referenzwerke — Briefe Fémys an André (2, 1820; D-OF) und Peters (5, 1821–1824; D-LEsta, Bestand Musikverlag C. F. Peters); Brief Peters’ an Spohr (1825; D-Kl, Spohr-Sammlung) <> Derby Mercury 13. Dez. 1826 („his return from the Continent“); Didaskalia 1825–1827; Abendzeitung (Dresden) 18. Mai 1827; Rotterdamsche Courant 19. Juli 1834 („De Heer Femy, Rotterdamer van geborte, beveelt zich in het aandenken van het Kunstminnend Publiek“); AmZ (s. Reg.) <> FétisB, SchillingE, ViottaL

Literatur — Constapel 1998 <> Christina Bashford, The Pursuit of High Culture. John Ella and Chamber Music in Victorian London, Woodbridge 2007, S. 24–29


Axel Beer

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