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BRIESGER (Breisiger, Br(e)yssiger), PETER * Saffig bei Koblenz ca. 1485 | † Koblenz nach 1542; Orgelbauer

Peter Briesger nahm um 1516 seine Tätigkeit als Orgelbauer auf. Nach ersten Berufserfahrungen in den Niederlanden lebte er spätestens ab 1518 in Koblenz. Dort ließ er sich 1532 vom Wachdienst befreien und verpflichtete sich stattdessen zur Wartung der Orgel der Liebfrauenkirche; 1534 ist er auch als Schöffe nachgewiesen. Neu ist bei Briesgers Orgeln die Unterscheidung zwischen den (meist übernommenen) Plenum-Registern (Principal, Octav, Mixtur und Zimbel) einschließlich der Hohlpfeife und Stimmen wie Quintatön (Schällenpfeifen), Nachthorn, Zwerchpfeifen und Flöten sowie zwischen den „alten“ (Trompete/Posaune und Rauschpfeife/Regal) und „neuen“ (langbecherigen) Zungenstimmen (Schalmei, verbesserte Trompeten und Zink). Im Vertrag für die Orgel in St. Florin in Koblenz (1535, II/14) wird ausdrücklich verlangt, das „Postiffgen oder Hintersetzlin“ (Zimbel) auf die „Brabandisch Art“ zu machen. Briesger, einer der fortschrittlichsten Orgelbauer seiner Zeit, gilt als Vermittler zwischen dem burgundischen und rheinischen sowie dem niederländischen Orgelbau. Niederländische Merkmale waren die Kontraoktave im Principalwerk, der Name Hohlpfeife für Gedackte und die volle Becherlänge bei Zungen. Noch 1604 wies das Wappen seines Nachfahren Ludwig Breyssiger von Saffig, Koblenzer Ratsherren und Schöffen, zwei gekreuzte Orgelpfeifen auf.

Werke — Oberwesel/Rhein, Liebfrauenkirche, 1516 <> Andernach, Liebfrauenkirche, Erneuerung der großen Orgel, 1516 <> Weilburg, Pfarrkirche, um 1520 <> Koblenz, Liebfrauenkirche, kleine Orgel, um 1520 <> Maastricht, Dominikanerkirche, vor 1528 <> Tongeren, Liebfrauenkirche, 1528–1531 <> Munsterbilsen, Stiftskirche St. Amor, 1529 <> Koblenz, Dominikanerkirche, 1534 <> Koblenz, Stiftskirche St. Florin, 1534/35 <> Mayen/Eifel, Pfarrkirche St. Clemens, 1536/37 <> Trier, Dom, Große Orgel 1537/38 <> Andernach, Liebfrauenkirche: Bau einer neuen Orgel, 1538–1542

Literatur — Hans Klotz, Niederländische Orgelbaumeister am Trierer Dom, in: Mf 2 (1949), S. 36–49 <> ders., Über die Orgelkunst der Gotik, der Renaissance und des Barock, Kassel 21975 <> Maarten Albert Vente, Proeve van een repertorium van de archivalia betrekking hebbende op het Nederlandse Orgel en zijn makers tot omstreeks 1630, Brüssel 1956 <> ders., Die Brabanter Orgel, Amsterdam 1958 <> Bösken 1967 <> Andreas Britz, Peter Briesger aus Saffig – ein Orgelbauer von Weltruf, in: Jahrbuch Mayen-Koblenz 1991, S. 82–84


Uwe Baur † | Hermann Fischer

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  • Zuletzt geändert: 2018/10/12 19:55
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