wegmann

WEGMANN (Familie)

(1) Philipp Ernst get. Darmstadt 14. Aug. 1734 | † 26. Juli 1778; Orgelbauer

(2) Johann Benedikt Ernst * Frankfurt/M. 19. Febr. 1765 | † ebd. 6. Sept. 1828; Sohn von (1), Orgel- und Clavierbauer


Sein Handwerk erlernte Wegmann (1) nach dem Tod seines Vaters, des aus der Schweiz stammenden Orgelbauers Johann Conrad Wegmann (1699–1738), bei seinem Stiefvater Johann Christian Köhler (1714–1761), der ein Schüler seines Vaters war und dessen Werkstatt Köhler 1740 nach Frankfurt verlegte. Wegmann übernahm nach Köhlers Tod 1762 die Werkstatt mit den Privilegien als Frankfurter Bürger. Als Erbauer einer Reihe ein- und zweimanualiger Orgeln mit maximal 28 Registern sowohl in Frankfurt als auch in Mainz, vor allem in Darmstadt und im Raum Vogelsberg erhielt er den Titel eines „Hochfürstlichen Hessen-Darmstädtischen Hof- und Landorgelmachers“. Charakteristisch ist für seine Orgelbauten unter anderem die ›Duiflöte 4’‹, ein doppellabiales Gedackt. Viele seiner Instrumente sind nicht oder nur teilweise erhalten; eine seiner größten Orgeln – ein Instrument für St. Christoph in Mainz (II/P/24, gebaut 1772–1775 als Nachfolgerin der Orgel von Johann Peter Geissel) – ist nicht erhalten. Ab 1773 ist er nicht mehr als Leiter der von seinem aus Hildesheim stammenden Gesellen Johann Friedrich Meynecke fortgeführten Werkstatt nachweisbar; er starb 1778 auf der Springfield während der Überfahrt von Portsmouth nach New York.

Werk (in Auswahl) — 1762 Jugenheim, Martinskirche (ev.) (II/P/18); ursprünglich für die Welschnonnenkirche Mainz, nach deren Abriss 1804 transloziert. Bei Umbauten im 19. und 20. Jahrhundert, vor allem bei einer Beschlagnahme des Prospektmaterials verlor die Orgel nahezu den gesamten Pfeifenbestand. 1991 von Förster & Nicolaus rekonstruiert. <> 1769–1771 Gräfenhausen (Weiterstadt) (ev.) (I/P/13), weitgehend erhalten.


Der Sohn Johann Benedikt Ernst Wegmann (2) erlernte sein Handwerk als „Discipul“ ab 1780 bei Meynecke und erlangte 1796 das Frankfurter Bürgerrecht; er übernahm gemeinsam mit seinen Neffen – den Söhnen des Organisten und Orgelbauers Johann Ebert mit seiner Schwester Maria Anna (1764–1802) – die Werkstatt von Meynecke. Wegmann baute neben Orgeln auch Klaviere: Ein aus dem Jahr 1796 erhaltenes Instrument wird auf einem eingeklebten Zettel als Nr. 48 bezeichnet; ein Fortepiano von 1797 befindet sich im Orgel Art Museum in Windesheim.

Werk — 1780 Sulzbach (Taunus) (ev.) (I/P/10) <> 1781 Nieder-Erlenbach (ev.) (II/P/24), einige Register erhalten; 1955 von Emanuel Kemper (Lübeck) auf zwei Manuale erweitert <> 1779–1783 Schotten, Stadtkirche (ev.) (II/P/27), nach Abbruch des Lettners mehrfach transloziert und umgebaut; 1972 Generalüberholung durch Schuke (Berlin) und Erweiterung auf II/P/31. Prospekt und fünf Register erhalten.

Abbildung: Fortepiano von Johann Benedikt Ernst Wegmann (1797), Orgel Art Museum Rhein-Nahe Windesheim, Sammlung Otto Heuss; Foto: Birger Petersen


Literatur — Bösken 1967 <> Balz 1969 <> Bösken 1975 <> Hans Martin Balz, Die Wegmann-Orgel von 1781 in Nieder-Erlenbach bei Frankfurt, in: Ars Organi 33 (1985), S. 128–130 <> ders., Art. Wegmann in: MGG Online


Birger Petersen

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
  • wegmann.txt
  • Zuletzt geändert: 2019/12/12 15:27
  • von kk