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SCRIBA, LUDWIG (OTTO) * Höchst am Main 1. Apr. 1885 | † Bad Soden 29. Apr. 1968 (nicht 1969); Jurist, Komponist

Der Fabrikantensohn Ludwig Scriba schlug nach seinem Jurastudium in Marburg (Promotion 1910) eine Richterlaufbahn ein (Amtsgericht Frankfurt, seit 1936 Oberlandesgericht Darmstadt), die während der Zeit des Nationalsozialismus ohne Identifikation mit der Staatsideologie in dieser Form nicht hätte fortgesetzt werden können. Bereits als Jugendlicher hatte er in Wiesbaden Unterricht von Max →Reger erhalten, später auch von Gustav Kogel sowie Willy Post (Violine) in Frankfurt. Bis in die 1920er Jahre hinein betätigte er sich – öffentlich wahrnehmbar – als Komponist; 1921 und 1923 veranstaltete er in Wiesbaden bzw. Darmstadt Kompositionsabende mit eigenen Werken. Sein Bruder Wilhelm Georg („Willy“; * Höchst 27. Mai 1880 | † Königstein 29. Jan. 1954) trat (u. a. bei diesen Gelegenheiten, aber auch bereits um 1905 in München) als Konzertsänger auf, wandte sich jedoch später ausschließlich seinem Beruf als Diplom-Ingenieur zu. Ludwig Scriba verlebte seinem Ruhestand zunächst in Alsfeld, dann in Bad Soden und wurde nicht müde, seinen nationalistischen Überzeugungen innerhalb seiner späten Schriften Ausdruck zu verleihen.

Werkegedruckt: Sechs Lieder (Sst., Kl.), München: Seiling [ca. 1907]; D-B, D-Mbs <> Kompositionen (Kl.), Höchst: Harz [1913] <> Capriccio (Kl.), ebd. [1913]; D-B, D-KNh <> Variationen und Fuge über ein eigens Thema (Kl.; Widmung an Max Reger), ebd. [1913]; D-B, D-KNh – ca. 1927 von Forberg in Leipzig übernommen <> Suite (Vl., Kl.) op. 8, Frankfurt: Schlemüller [1915]; D-B, D-F – ca. 1927 von Forberg in Leipzig übernommen <> Friedrich Hölderlin-Zyklus. Sechs Lieder (Sst., Kl.) op. 11, Frankfurt: Schlemüller [1915]; D-B <> Streichquartett (Nr. 1) op. 12 (1916 in Berlin vom Post-Quartett aufgeführt), ebd. [1916]; A-Wmk, D-B <> weitere kleine Werke als Musikbeilagen in der Neuen Musik-Zeitung (Stuttgart, 1920, 1926) und in der ZfM (1929) <> ungedruckt blieben (und mutmaßlich verschollen sind) u. a. mehrere Liederhefte, ein Konzert (Vc., Kl.), Sonaten (Vl., Kl. bzw. Fl., Kl.), eine Serenade (Streichorch.), 2 Streichquartette sowie ein Oratorium Totenfeier <> Schriften: Die Logik in der Musik, in: Neue Musik-Zeitung 47, 1926, H. 13 <> Gedanken zum Ursprung und zum Wesen der Musikkunst, Köln 1962 <> Betrachtungen und Aufsätze, Würzburg [ca. 1965]

Quellen — Standesamtsregister Höchst, Bad Soden, Darmstadt <> Akten in D-DSsa (u. a. Best. G 21 B Nr. 1059) <> Musikalisches Wochenblatt 15. Juli 1909; Volksstimme (Wiesbaden) 5. Nov. 1915; Signale für die musikalische Welt 19. Apr. 1916, 23. Mai 1923; Wiesbadener Tagblatt 1. Nov. 1919 <> Wiesbadener neueste Nachrichten 16. Nov. 1919, 10. Okt. 1921 <> MMB

Literatur — anon., Dokumente zum bisherigen musikalischen Schaffen von Dr. Ludwig Scriba, Würzburg [1952] <> MüllerDML <> Art. Scriba, Ludwig, in: Von Adelung bis Zwangsarbeit. 173 Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt, 2. Aufl., hrsg. vom DFG-VK Darmstadt 2010ff. (online)

Abbildung: Ankündigung eines Kompositions-Abends (Wiesbadener neueste Nachrichten 10. Okt. 1921)


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2020/12/10 12:29
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