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SACHS, JULIUS * Walldorf an der Werra (nicht Waldhof bzw. Meiningen) 12. Dez. 1830 | † Frankfurt/M. 28. Dez. 1887; Pianist, Musiklehrer und Komponist

Nach einem Studienaufenthalt in Paris ließ sich Sachs vermutlich bereits 1848 in Frankfurt nieder, wo er von Ferdinand Keßler und Eduard Rosenhain weiteren Unterricht erhielt. Abgesehen von einigen Konzertreisen (1854 Bad Liebenstein, 1871 Baden-Baden und Fürth) verließ er in der Folgezeit Frankfurt, wo er kein öffentliches Amt bekleidete, nur selten. Hier trat er, neben seiner Tätigkeit als Klavierlehrer, vielfach als Solist, in Kammermusiksoiréen (u. a. mit Eduard Eliason und Christian Siedentopf) und in Konzerten anderer Musiker auf und veranstaltete fast jährlich ein eigenes großes Konzert. Auffallend ist die Zahl der Ehrungen, die Sachs zuteil wurden: Schon 1851 erhielt er vom König von Preußen den Titel eines Hofpianisten, 1866 vom schwedischen König die Goldene Medaille für Kunst, 1872 wurde er Ehrenmitglied der Società Harmonica in Neapel, 1873 verlieh man ihm das Ritterkreuz des spanischen Isabellenordens, und 1879 wurde er zum Herzoglich-Sächsischen Hofmusikdirektor ernannt; seit 1872 trug er zudem den Titel eines könglich preußischen Professors.

Werke (Auswahl unter besonderer Berücksichtigung der in der Region erschienenen; wenn nicht anders angegeben für Klavier 2ms) — Rondo facile op. 2, Mainz: Schott [1848]; D-B <> Rondo non difficile op. 3, ebd. [1848]; D-B <> La Serenata. Nocturne op. 4, Leipzig: Hofmeister [1850] <> Chanson d’amour. Nocturne caractéristique op. 5, Offenbach: André [1851]; D-OF (s. Abb.) <> Fünf Lieder (Sst., Kl.) op. 6, ebd. [ca. 1851]; D-F <> Adieu et Revoir. Caprice op. 10, Mainz: Schott [1856] <> Grosse Sonate op. 15, Berlin: Schlesinger [1867]; D-B, D-F <> Triumpf-Marsch op. 19, Mainz: Herf & Wolff [1867] – Titelauflage Kreuznach: Wolff [1874] <> Ballade op. 22, Offenbach: André [1867]; D-OF <> Invitation à la Polka op. 23, ebd. [1867]; D-B, D-OF <> Zigeuner-Ballade/Ballade bohemienne (Sst., Orch./Kl.) op. 26 und 27, ebd. [1870]; A-Wn, D-B, D-OF <> Idylle op. 28, ebd. [1871]; D–OF <> Romance (Kl., Vl.) op. 32, ebd. [1872]; D-B, D-OF <> Zwei Duette (2 Sst., Kl.) op. 33, Kreuznach: Wolff [1874] <> Armenlied (Sst., Chor, Kl./Org.) op. 34, Frankfurt/M.: Henkel [1877] <> La Consolation (Kl., Vl./Vc.) op. 38, Kreuznach: Wolff [1874] <> Chanson de Noce op. 49, ebd. [1874]; A-Wn <> Elfen-Märchen op. 50, ebd. [1874] <> Geburtstagslied (Sst., Kl.) op. 55, Offenbach: André [1881]; D-Dl. D-OF, D-Sl <> Albumblatt (Kl., Vc.) op. 57, ebd. [1882]; D-B, D-OF <> Am Strande (Sst., Kl.) op. 63, ebd. [1882]; D-OF <> Wiegenlied (Sst., Kl.) op. 72, ebd. [1882]; D-OF <> Trost (Sst., Kl.) op. 88, ebd. [1885]; D-OF <> Zwei Lieder (Sst., Kl.) op. 105, Frankfurt/M.: Firnberg [1887]; D-B – Bearbeitungen: Largo bzw. Adagio aus den Sonaten op. 10 Nr. 3 und 31 Nr. 1 von Beethoven für Kl., Vl., Vc. und Orgel-Melodium, Mainz: Schott [1868 bzw. 1873]; D-KA (op. 31/1) <> Weitere Werke erschienen bei Schlesinger bzw. Ries & Erler in Berlin, Praeger in Bremen, Forberg, Kistner bzw. Seitz in Leipzig und Heinrichshofen in Magdeburg.

Quellen — KB und Standesamtsregister Frankfurt/M. <> Briefe an André in Offenbach (9, 1848–1855); D-OF, Briefe u.a. an Schott, s. Kalliope <> NZfM 1854ff., Signale für die musikalische Welt 1869ff., Musikalisches Wochenblatt 1870ff., Allgemeine Zeitung (Augsburg) 31. Dez. 1887 (kurzer Nekrolog), regionale Presse (v. a. Didaskalia) 1850ff. <> MMB <> Kat. André 1900, Kat. Schott 1900

Literatur — Mendel/Reissmann, Frank/Altmann 1927

Abbildung: Julius Sachs, Fotografie (Digitalisat aus D-F, Porträtsammlung Manskopf]])


Axel Beer

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