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RICHTER, TOBIAS * Mainburg vor 1620 | † Mainz 17. Sept. 1682 (nicht 1662); Sänger, Organist, Kapellmeister und Komponist

Richter erhielt seine musikalische Ausbildung am Münchner Hof und trat zuerst als Diskantist in Erscheinung. Orgel- und Kompositionsunterricht erhielt er seit 1631 durch Hoforganist Anton Holzner. Ein Gesuch vom 22. Oktober 1636 um eine Zulage wegen der „durch das studio Componendi und ergreifung des Orgelschlagenß und Singenß“ (KirschL, S. 165) entstandenen Kosten belegt, dass die Unterweisung im Orgelspiel damals noch nicht abgeschlossen war. Vermutlich vertrat Richter zu diesem Zeitpunkt die durch den Tod seines 1635 verstorbenen Lehrers Holzner vakant gewordene Organistenstelle. 1637 oder bald danach dürfte Richter die Münchner Residenz mit der kurmainzischen vertauscht haben. Unter den im Würzburger Standbuch verzeichneten neu verpflichteten Hofmusikern am Mainzer Hof ist Tobias Richters Name bis 1644 allerdings nicht genannt; jedoch wurde 1642 die vakante Stelle des Altisten durch einen gewissen Tobias Ritter besetzt. Seit wann genau Richter die Stelle eines „Vice Majestro di Capella“ (so im Titel seiner 1656 veröffentlichten Messe) innehatte, ist ebenso wenig bekannt wie der Zeitpunkt, an dem er Philipp Friedrich Buchner († 1669) als Hofkapellmeister nachfolgte. Die Formulierung des Sterbeeintrags „D: Tobias Richter quondam in aulâ Electorali Capellæ Magister“ scheint darauf hinzudeuten, dass er das Kapellmeisteramt in seinen letzten Lebensjahren nicht mehr ausübte.

WerkeMissa III à 7 vel 14 cantari potest […] Authore D. Tobia Richter Vice Majestro di Capella dell’ Eminentissimo Principe & Elect. Di Mogunza, veröffentlicht als Nr. 3 in: Georg Arnold, Operis Secundi Liber I. | MISSARUM: | PSALMORUM: | ET MAGNIFICAT: | A quinque Vocibus & Duobus Violonis, | è Viola in Concerto: | TROMBONIS AUT VIOLIS PRO LIBITU | ad Concertantes voces quatuor. […], Innsbruck: Wagner 1656 (RISM A/AA 2162)

Quellen — D-Msa HR I, Fasz. 471, Nr. 781 <> D-MZsa Sterbebuch St. Emmeran <> D-WÜst Standbuch 797, 79.

Literatur — Rafael Mitjana, Catalogue critique et descriptif des Imprimés de Musique des XVIe et XVIIe Siècles. Conservés à la Bibliothèque de l’Université Royale d’Upsala, Bd. 1, Upsala 1911 <> Schweickert 1937 <> Gottron 1959 <> Hans-Joachim Nösselt, Ein ältest Orchester 1530–1980, 450 Jahre Bayerisches Hof- und Staatsorchester, München 1980 <> Gerhard Weinzierl, Art. Georg Arnold, in: MGG2P <> KirschL <> MDB


Günter Wagner

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  • Zuletzt geändert: 2020/04/23 01:54
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