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MEIẞNER, RICHARD Mühlheim am Main 23. Apr. 1903 | † Wiesbaden 19. Dez. 1991; Musikpädagoge

Den Großteil seiner Jugend verbrachte Richard Meißner in Biebrich am Rhein. Im Alter von 14 Jahren gründete und leitete er ein Schulorchester und war bald ständiger Aushilfsorganist an der katholischen Pfarrkirche St. Marien. Er erhielt privaten Musikunterricht (Klavier, Orgel, Theorie) und studierte ab 1921 an der Universität in Frankfurt am Main und zugleich am dortigen Hoch’schen Konservatorium. Im Oktober 1924 promovierte er mit einer Arbeit zum Thema Georg Philipp Telemanns Frankfurter Kirchen-Kantaten. Anschließend war Meißner als Korrepetitor an den Theatern in Mainz und Wiesbaden tätig und dirigierte dort auch zuweilen das Kurorchester. 1925 wurde er Leiter des Musiklehrerseminars am Spangenberg’schen Konservatorium in Wiesbaden. Zwei Jahre später, am 1. Oktober 1927, wurde er zum Direktor dieses Konservatoriums berufen, ein Amt, das er 60 Jahre lang ausübte. Das Erliegen jeglicher kulturellen Tätigkeit in Deutschland führte im Herbst 1944 zur Schließung auch dieses Instituts. Nach der Zerstörung der Räume und des Inventars durch Kriegseinwirkungen im Februar 1945 und nach Kriegsgefangenschaft, aus der Meißner 1946 heimkehrte, nahm das Konservatorium im Oktober 1946 unter seiner Leitung und unter schwierigsten Bedingungen den Unterricht wieder auf. Mit Unterstützung der Stadt konnte im Frühjahr 1956 ein eigenes Haus in der Bodenstedtstraße bezogen werden. Aufgrund dieser Voraussetzung erlebte das Konservatorium erneut einen Aufschwung, nun unter dem Namen Wiesbadener Konservatorium. Wichtige neue Marksteine waren die Gründung der Jugendmusikschule Rheingau mit den Außenstellen Eltville (1971), Rüdesheim am Rhein (1974), Oestrich-Winkel (1979) und Geisenheim (1987) und der Jugendmusikschule Taunusstein (1972), die Einrichtung eines institutseigenen Vorschul-Kindergartens (1971), die staatliche Anerkennung des Musiklehrerseminars (1975) und die Aufnahme in den Verband deutscher Musikschulen (1978). Als Meißner Ende 1986 die Leitung des Hauses an das Direktorium Christoph Nielbock, Wolfgang Sebrecht unt Dietmar Walther weitergab, verzeichnete das Stammhaus und seine Außenstellen eine Besucherzahl von über 2000 Schülern und mehr als 100 Lehrkräften. 1973 wurde Meißner das Bundesverdienstkreuz verliehen. Er war mit der Sängerin Elfriede geb. Draeger (1904–1986) verheiratet.

WerkeKompositionen und Bearbeitungen (sämtlich ungedruckt): – Der Zauberbaum. Musikalisches Lustspiel von Christoph Willibald Gluck (Textliche und musikalische Neufassung mit Rezitativen), 1964 <> Rhapsodisches Capriccio (Akkordeon-Orch.) op. 2 (1955) <> Suite (Akkordeon-Orch.) op. 3 <> Burleske (Akkordeon-Quintett) <> Christnacht (Sst., Orch.) <> Christabend (Sst., Orch./Kl.) <> Rhythmische Studie in Form einer Fuge (Akkordeon-Orch.) <> Bearbeitungen von Werken anderer Komponisten, darunter An der schönen blauen Donau von Johann Strauß Sohn (op. 317) für Singstimme (Text von R. Meißner) und großes Orchester sowie Weihnachten von Max Reger (op. 145,3) für großes Orchester <> Schrift: Georg Philipp Telemanns Frankfurter Kirchen-Kantaten, Frankfurt am Main 1925 (Dissertation)

Quellen und Literatur75 Jahre Wiesbadener Konservatorium und Musikseminar, Wiesbaden 1963 <> 90 Jahre Wiesbadener Konservatorium, Wiesbaden 1978 <> 100 Jahre Wiesbadener Konservatorium. Chronik, Wiesbaden 1988 <> Volker Milch, Eng verbunden mit dem Musikleben der Stadt. Zum Tode des ehemaligen Direktors des Konservatoriums, in: Wiesbadener Kurier Dezember 1991, S. 6


Ulrich Mazurowicz

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  • Zuletzt geändert: 2020/08/02 00:42
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