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LUDWIG, JOHANN WILHELM * Frankfurt/M. 31. Aug. 1765 | † ebd. 23. Aug. 1838; Musiker

Ludwig, der in mindestens fünfter Generation Musiker in Frankfurt war (der Sterbeeintrag seines aus Oberrad gebürtigen Ur-Urgroßvaters Leonhard L. (1654–1732) bezeichnet diesen als Hautboisten bei der Stadt-Garnison), bewarb sich 1791 als „Musicus“ erfolglos auf die zuvor von Johann Jacob Ludwig (1726–1791), seinem Großonkel zweiten Grades, besetzte Türmerstelle auf St. Katharinen. Ebenfalls ohne Erfolg blieben seine Bewerbungen um dieselbe Stelle auf dem Pfarrturm 1791 und 1795 (inzwischen als „Capellmusicus“). Von etwa 1804 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1835 spielte Ludwig als Kontrabassist im Frankfurter Theater-Orchester. 1805 inserierte er im Intelligenzblatt zur AmZ (Nr. 5, zum 16. Jan. 1805), Liebhaber mit Abschriften aus seiner über mehrere Jahre entstandenen Sammlung der „neuesten und vorzüglichsten Arien, Duetten, Terzetten u. s. w. in Partitur von den besten italienischen, deutschen und andern Meistern […] zur vollkommenen Zufriedenheit bedienen zu können.“ Zu seinen Kunden zählte auch Fürst Ludwig von Bentheim Steinfurt, in dessen Musikaliensammlung (D-BFb) ein Drittel der etwa 50 erhaltenen Manuskripte Ludwigs überliefert sind. Aus der 1796 mit Maria Elisabetha Starck (1773–1836) geschlossenen Ehe gingen drei Kinder hervor; seine Tochter Anna Margaretha (1802–1843) ist die Ehefrau des Musiklehrers und Orchestermusikers Anton →Brand.

Eitner, der Ludwig nur aufgrund des oben angeführten Inserats kannte, schreibt ihm auch das im Jahr 1800 bei André in Offenbach erschienene Klarinettenkonzert zu, das jedoch vermutlich von einem „L. Ludwig“, der 1786 mit seinem Bruder in Paris auftrat und dort einige Konzerte veröffentlichte, stammt. Gerber zufolge ging dieser um 1800 als Privatier nach Mainz.

Werke — s. RISMonline (in fünf Ländern erhaltene Abschriften von Vokalwerken diverser Komponisten, darunter besonders zahlreich vertreten Johann Simon Mayr und Ferdinando Paër)

Quellen und Referenzwerke — KB Frankfurt <> Ratssuplikationen in D-Fsa <> Journal de Paris 1. Nov. 1786 (Pariser Konzertanzeige); Anhang zu den Frankfurter Frag- und Anzeige-Nachrichten 5. Juli 1796, 27. Dez. 1796, 8. Mai 1798, 12. März 1799, 28. Dez. 1802; AmZ 21. März 1804; IB Nr. 5 zur AmZ 16. Jan. 1805; IB Nr. 3 zum Morgenblatt für gebildete Leser 1813 (weiteres Inserat Ludwigs); Allgemeiner Anzeiger der Deutschen 18. Sept. 1814 (weiteres Inserat) <> August Wilhelm Iffland, Almanach für Theater und Theaterfreunde, Berlin 1807 <> Friederike Ellmenreich, Einheimischer Theater-Kalender für die kunstsinnigen Freunde der hiesigen Volks-Bühne, Frankfurt/M. 1828 <> Repertorium und Personalbestand des National-Theaters zu Frankfurt am Main 1832–39 <> GerberNTL, EitnerQ

Literatur — Annette Monheim, Ein Westfale in Paris: Die Tagebücher des Ludwig Grafen von Bentheim-Steinfurt aus den Jahren 1806/1807, Münster 1997

Abbildung: Vermerk Ludwigs auf dem Titelblatt seiner Abschrift der Arie „Perdei del Cor la pace“ von Francesco Gnecco (s. RISM ID 450012930; Digitalisat aus D-DO)


Kristina Krämer

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