linse

LINSE, (JOHANN) HEINRICH * Worms 1788 | † Mainz 26. März 1819; Notenstecher, Lithograph, Komponist

Seine musikalische Ausbildung erhielt Linse sicherlich von seinem Vater Christian Friedrich (* Halle/Saale ca. 1752 | † Worms 15. Febr. 1818), der in Worms als Cantor und Lehrer tätig war. Seit spätestens 1813 war Linse bei →Schott in Mainz als „graveur de musique“ (Heiratseintrag Mainz) beschäftigt und übernahm auch die Aufgabe der Ausführung aufwendiger Titelgestaltungen für eigene und fremde Kompositionen – dies bis Mitte 1814 noch im Stichverfahren, im weiteren Verlauf des Jahres aber in Lithographie (in der Regel bezeichnet mit „Linse f[ecit]“ oder „auf Stein gez. v. Linse“). Es ist nicht ohne Belang, dass Johann Joseph Schott es war, der Linses Tod bei der zuständigen Behörde anzeigte – offenbar hatte der Verlag im Zusammenhang mit der relativ spät erfolgten Zuwendung zum Steindruck in besonderem Maße auf den Mitarbeiter gebaut. Linses Witwe war seit 1821 mit Johann Arnold verheiratet.

WerkeKompositionen: Ode An Emma (Sst., Kl.), Worms: Kreitner [1810]; D-SPlb (digital) – Übernahme Mainz: Schott [1820]; D-Mbs (digital) <> Triumphirender Einzug der hohen verbündeten Monarchen in Paris im Juli 1815, Eine musikalische Skizze (Kl.), Mainz: Schott [1815] (lithogr. Titel von Linse); D-Mbs (digital, s. Abb.), D-SPlb <> Bonapartes Ueberfahrt nach St. Helena ein charakteristisches Tongemälde (Kl.), ebd. [1816] (lithogr. Titel von Linse); D-Mbs (digital), GB-Ouf, NL-DHnmi <> [anonym, auch im Schott-Stichbuch; lt. HmL 1819 von Linse] Schlacht von Belle Alliance. Fantasie […] den verbündeten Preussischen und Englischen siegreichen Heeren gewidmet (Kl.), ebd. [1815] (lithogr. Titel von Linse); D-Mbs (digital) <> von Linse gestochene oder lithographierte Titel zu fremden Werken (Auswahl): Philipp Jakob Riotte, Die Schlacht bey Leipzig, Mainz: Schott [Juni 1814] (Titel von Linse gestochen); D-Mbs (digital) <> Aloys Schmitt, Offenbachs Landsturm-Marsch (Kl.), ebd. [Sept. 1814] (lithogr. Titel); D-Mbs (digital) <> anon., Der Kosack und sein Mädchen, ebd. [Sept. 1814] („auf Stein gez. v. Linse“); s. RISM ANAN 1437a <> anon. [von Schulin Paul Maschek zugewiesen], Schlacht und Besitznahme von Paris durch die verbündeten siegreichen Mächte am 3ten März 1814. Ein charakteristisches Ton-Gemählde (Kl.), ebd. [Nov. 1814]; GB-Ouf <> Paër, Sargin (KlA) [1815]; D-Mbs (digital) <> Christian Rummel, Musique Militaire 3. Heft [1816]; D-Mbs (digital) und 4. Heft [1818]; D-Mbs (digital) <> Gottfried Weber, Der frohe Sänger (Sst., Kl.) [1818]; D-Mbs (digital) <> ders., Frohsinn (Sst., Kl.) [1818]; D-Mbs (digital) <> ders., Die folgsame Tochter (Sst., Kl.) [1818]; D-Mbs (digital) <> ders., Einigkeit (Sst., Kl.) [1818]; D-Mbs (digital) <> ders., Gesang und Liebe (Sst., Kl.) [1818]; D-Mbs (digital) <> ders., Lenchen (Sst., Kl.) [1818]; D-Mbs (digital) <> Joseph Küffner, Sinfonie Nr. 2 [1818]; D-Mbs (digital)

Quellen — Zivilstandsregister Mainz und Worms

Literatur — Karin Schulin, Musikalische Schlachtengemälde in der Zeit von 1756 bis 1815, Tutzing 1986 <> Axel Beer, Zur Frühgeschichte der musikalischen Lithographie am Mittelrhein, in: MittAGm 86 (2012), S. 15–27


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2020/06/27 21:23
  • von kk