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KREUSSER, JOHANN (MATTHÄUS) * Lengfurt bei Würzburg 13. Dez. 1763 | † Mainz 12. Jan. 1833; Musiker und Komponist

Johann Kreusser, Sohn eines musikbegabten Handwerkers, war Violinschüler des Würzburger Hofmusikers Johann Martin Schmitt und des Mainzer Kammermusikus Ernst Schick; auf dessen Fürsprache hin erhielt er 1786 eine Anstellung in der kurfürstlichen Hofkapelle, in der sein Cousin 3. Grades Georg Anton →Kreusser bereits seit 1773 als Konzertmeister tätig war. 1793 folgte er mit anderen Mainzer Musikern seinem Lehrer Schick nach Berlin, soll von dort aus Konzertreisen unternommen haben, was sich bislang nicht verifizieren lässt. Entgegen früherer Darstellungen ließ Kreusser sich bereits vor 1804 erneut in Mainz nieder (vgl. dazu Staab 2014). 1798/99 leitete er hier eine Konzertreihe, später mehrere Aufführungen von Haydns Schöpfung, trat außerdem als Solist (auch als Sänger und Gitarrespieler) auf und arbeitete für den Verlag →Schott als Arrangeur. Kreusser stand seit 1810 im Dienst von Großherzog Karl Theodor von Dalberg, war jedoch aufgrund gesundheitlicher Probleme dem Hof während der französischen Besetzung nicht nach Aschaffenburg gefolgt und konnte auch seinen Aufgaben als Hofmusiker nicht mehr nachkommen. Er erhielt die Erlaubnis, in Mainz zu bleiben, und bezog weiterhin seine Pension. In den Jahren 1800 bis 1830 handelte er (1819 den Titel eines Königlich Bairischen Kammermusicus führend) zeitweise mit alten italienischen Streichinstrumenten (etwa aus den Häusern Amati, Guarnieri und Stradivari) und pflegte hierzu Kontakte bis in die Niederlande hinein. 1830 führt ihn das Mainzer Adressbuch als Musiklehrer. 1786 heiratete er Maria Anna Katharina Rosa (1758–1845), eine Tochter des Mainzer Hofviolinisten Johann Anton Schwachhofer. Sein Bruder Peter Anton (1765–1831) ließ sich 1788 als Violinist in Paris und 1807 in London nieder.

Werke (sämtlich für Sst., Kl./Git.) — VI Deutsche Lieder, Mainz: Zulehner [ca. 1802]; s. RISM KK 2046a <> VI Deutsche Lieder, ebd. [ca. 1807]; s. RISM K 2046 <> Sechs Lieder, Mainz: Schott [1807]; s. RISM K 2047 <> VI Lieder, Bonn: Simrock [1809]; s. RISM K 2049 <> Lieder mit Guitarre Begleitung, Mainz: Schott [1810]; s. RISM K 2048 (D-Mbs digital, s. Abb.) – zwei Lieder daraus als Nrn. 8–9 der Reihe Auswahl von Arien, ebd. [1815]; D-Mbs (digital Nr. 8 und 9) <> 6 Lieder, Livre 1–3, ebd. [ca. 1815] <> 6 Lieder Livre 1 u. 4, ebd. [ca. 1816]; ggf. den vorgenannten Livres zuzuordnen oder Zulehner-Titelauflagen <> Bearbeitungen: Colection [sic] des airs et romances arrangée pour la guitarre, Cahier 1–3, Mainz: Zulehner [ca. 1806/7]; s. RISM K 2045 (Cah. 1); D-Mbs (Cah. 2 digital) <> Beethoven, Urians Reise um die Welt [op. 52 Nr. 1], als Auswahl von Arien Nr. 10, Mainz: Schott [1810]; D-Mbs (digital) <> Sterkel, Ariette, Auswahl Nr. 25, ebd. [1810]; s. RISM S 5869 <> ders., Rondo nach Rode, ebd. [1810]; s. RISM S 5854 <> Paesiello, Arie aus Die schöne Müllerin, Auswahl Nr. 54, ebd. [1812], s. RISM P 159 <> Collection, Livre 1–3, ebd. [ca. 1815]; vermutl. Titelauflage der Colection bei Zulehner (s. o.) <> Cimarosa, Arie aus Der Direktor in der Klemme, Auswahl, Nr. 185, ebd. [1820]; s. RISM C 2292 <> Dittersdorf, Arie aus Doktor und Apotheker, Auswahl Nr. 184, ebd. [1820]; s. RISM D 3165 <> Winter, Arie aus Maria von Montalban, als Nr. 16 in Sammlung deutscher Gedichte mit Begleitung der Guitarre, Worms: Kreitner [ca. 1810]; s. RISM WW 1404a – dass. als Auswahl Nr. 183, Mainz: Schott [1820]; s. RISM W/WW 1403, W 1404 <> weitere Arrangements (Sst., Git.) im Ms. überliefert in D-SPlb, s. RISMonline

Quellen — KB und Familienstandsregister Mainz <> Briefe von Johann Anton André an Kreusser (1805, 1806); D-OF <> Adressbücher Mainz 1800, 1825 und 1830 <> Amtsblatt der freien Stadt Frankfurt 8. Apr. 1819; Frankfurter Ober Postamts Zeitung 12. Apr. 1819; Rotterdamsche Courant 13. Apr. 1819; AmZ, Intelligenzblatt 4 zum 2. Juni 1819; Dagblad van ’s Gravenhage 14. Apr. 1830 (jeweils Verkaufsanzeigen)

Literatur — Bernsdorf <> Mendel/Reissmann <> Edith Peters, Georg Anton Kreusser. Ein Mainzer Instrumentalkomponist der Klassik, München/Salzburg 1975, bes. S. 10, 13 und 190 <> Erich Staab, Mainzer Musiker in Verzeichnissen der Munizipalverwaltung Mainz, in MittAGm 87 (2013), S. 26–43 <> ders., Kurmainzische Hofmusik nach 1797/98: Schlussakkord, Nachklang oder Übergang?, in: Kramer/Pietschmann 2014 (insb. auch Anh. II) <> Leonie Denzinger, Die Residenzstadt Aschaffenburg zur Dalbergzeit (1802–1813) – Untersuchungen zum Musikleben in höfischer und bürgerlicher Sphäre (Masterarbeit Mainz 2019, unveröff.)


Axel Beer | Kristina Krämer

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  • Zuletzt geändert: 2020/03/08 13:44
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