heilmann

HEILMANN (Familie)

(1) Matthäus * Hofheim 10. Mai 1744 | † Mainz 9. (nicht 10.) März 1817; Klavier- und Orgelmacher

(2) Joseph Georg * Mainz 20. Juli 1778 (nicht 1768) | † ebd. 28. Nov. 1823 (nicht 1803); Sohn von (1), Klaviermacher

(3) Johann Aloysius * Mainz 17. Aug. 1780 | † ebd. 13. Juni 1840; Sohn von (1), Klaviermacher, Klavier- und Gesangslehrer, Komponist


(1)


Der Sohn des in Hofheim ansässigen Orgelbauers Wendel Heilmann war Schüler des domkapitelschen Orgelbauers Johannes Kohlhaas des Älteren in Mainz; er ist vom 12. Juli 1777 als Mainzer Bürger nachweisbar und wurde am 12. Dezember 1777 in die Mainzer Goldschmiedezunft aufgenommen, der die Orgelbauer traditionell angehörten. 1788 bis 1797 trug er als Angehöriger der Hofkapelle des Mainzer Kurfürsten und Erzbischofs Friedrich Karl Joseph von Erthal den Titel eines „Hoforgel- und Instrumentenmachers“. Heilmann baute über 300 Hammerklaviere mit Wiener Mechanik; sicher zuschreiben lassen sich ihm nur noch vier erhaltene Hammerflügel, außerdem die Orgel in der Stiftskirche von Pfaffen-Schwabenheim, deren Pfeifenbestand noch 80% des ursprünglichen Bestands aufweist.

Werk — 1777–1779 Pfaffen-Schwabenheim, Stiftskirche St. Mariä Himmelfahrt (II/P/22); ursprünglich für Büdesheim, St. Aureus und Justina gebaut, 1816 von Johann Heinrich Engers aus Waldlaubersheim sowie nach der Translozierung 1847 von Johann Heinrich Schäfer aus Heilbronn umgebaut und erweitert, 1964 von Karl Borchert (Ingelheim) für die Orgelbaufirma Kemper (Lübeck) teilweise rekonstruiert <> Hammerflügel im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (op. 231, um 1795), im National Music Museum an der University of South Dakota, USA (op. 252, um 1790), in der Colt Clavier Collection in Bethersden / Kent (GB) (op. 64, um 1775–1780) und im Geelvinck Museum in Zutphen (NL) (op. 194, 1775 oder 1790)

Literatur — Gottron 1959 <> Bösken 1967 <> Achim Seip, Alte und neue Orgeln im Bistum Mainz, Mainz 2003

Abbildung 1: Flügel von Matthäus Heilmann; Aufnahme: D-MZmi, Sammlung Gottron

Abbildung 2: Orgel von Matthäus Heilmann in der Stiftskirche St. Mariä Himmelfahrt, Pfaffen-Schwabenheim; Aufnahme: D-MZmi, Sammlung Gottron


(2)


Nach der Ausbildung in der väterlichen Werkstatt ging Joseph Heilmann als Instrumentenmacher nach Erfurt (vermutlich 1799), wo er noch 1818 tätig war; wenig später kehrte er nach Mainz zurück. Die ihm in FétisB, EitnerQ und Constapel 1998 zugeschriebenen Kompositionen stammen von seinem Bruder Johann (3).

Quellen — KB Mainz <> Frankfurter Ober-Post-Amtszeitung 19. Sept. 1818 („unterhält [als Erfurter Instrumentenmacher] ein Kommissionslager von Forte-Piano’s in Flügelform bei [seinem Bruder; s. (3)] Johann Heilmann in Offenbach“)


(3)


Wie sein Bruder Joseph erhielt auch Johann Heilmann seine Ausbildung in der väterlichen Werkstatt. 1804 etablierte er sich in Offenbach als Klaviermacher und machte darauf aufmerksam, dass man seinen „Vater in Mainz“ und seinen „Bruder in Erfurt“ nicht mit ihm verwechseln möge (Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung 26. Okt.1804). Vermutlich gemeinsam mit seinem Bruder, spätestens aber 1821, kehrte er nach Mainz zurück und scheint den väterlichen Betrieb über einen gewissen Zeitraum hinweg weitergeführt zu haben. Gleichzeitig etablierte er sich als Klavier- und Gesanglehrer.

Werkemit Opuszahl: Sonatine (Kl.) op. 6, Mainz: Schott [1829]; D-B <> Walse (Kl.) op. 7, Frankfurt: Dunst [1829] <> Der kleine Klavierspieler op. 10 (2 Hefte), Frankfurt: Dunst [1832/33] <> 3 Divertissements (Kl. 4 ms) op. 11, ebd. [1833] <> 2 Rondeaux (Kl.; über Opernthemen) op. 12, Bonn: Dunst [1834] <> 2 Airs (Kl.; aus Zampa von Hérold) op. 13, ebd. [1834] <> ohne Opuszahl: Drey Gesänge (Sst., Kl.; seiner Schwester Josephine Ackermann gewidmet), Mainz: Schott [1821]; D-Mbs (digital, s. Abb. 3) <> Six Variations (Kl.; Thema aus Webers Freischütz), Mainz: Schott [1823]; D-Mbs (digital) <> 2 Rondeaux (Kl.), Offenbach: André [1824]; D-OF <> 6 Lieder, Frankfurt: Hoffmann & Dunst [ca. 1827] <> Gutenbergs-Marsch (Kl.), Mainz: Schott [1837] <> Gutenbergs-Walzer (Kl.), Mainz: Schott [1837]; D-WRtl <> Der Mainzer Carneval, Walzer (Kl.), Frankfurt: Dunst [1839] <> Bearbeitung: Beethovens Streichtrio op. 9 Nr. 1 als Klaviersonate, Frankfurt: Hoffmann & Dunst [1828]; CZ-Bu

Quellen — KB Mainz <> Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung 26. Okt. 1804, 18. Apr. 1821 u. ö. <> HmL, MMB


Axel Beer (2 und 3) | Birger Petersen (1)

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  • Zuletzt geändert: 2020/10/08 21:07
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