eberlein

EBERLEIN (Familie)

(1) Valentin * Kleinhausen 26. Okt. 1823 | † Worms 24. Sept. 1881; Orgelbauer

(2) Jakob * Lorsch 21. Aug. 1851 | † Lorsch 1933; Sohn von (1), Orgelbauer


(1) Valentin Eberlein wurde von einem unbekannten Meister ausgebildet, arbeitete u. a. ein Jahr als Geselle bei Förster in Lich (1847/1848) und gründete um 1850 eine eigene Werkstatt in Lorsch, die er 1859 in das rheinhessische Worms verlegte, da er in der Provinz Starkenburg gegen die evangelische Konkurrenz keine Chance hatte. In Rheinhessen, in den katholischen, ehemals mainzischen Orten der Wetterau und am Untermain konnte er sich jedoch neben Dreymann, →Köhler, Schlimbach und Voit durchsetzen. Bemerkenswert sind einige typische Register, die Eberlein regelmäßig baute: Dulkan, Harmonika und Trompetin, ein von ihm erfundenes Labialregister mit sog. Schlitzhüten, Ringelbärten und trompetenartigem Ton. Er baute Schleifladen, teilweise auch Zwillingsladen und erfand 1855 angeblich die erste Zinnhobelmaschine.

Werke — 1851 Wattenheim (I/11) <> 1855 Dietersheim, kath. (I/9) <> 1856 Gimbsheim (I/10) <> 1858 Mainz, St. Quintin (II/26) <> 1859 Offenbach-Bieber, kath. (I/8) <> 1862 Mainz, Josefskapelle (II/13) <> Mainz, St. Peter (Erweiterung) <> 1864 Offenbach-Bürgel, kath. <> 1868 Rockenberg (II/18) <> 1870 Herrnsheim, kath. (II/21) <> Neustadt a. d. H., Stiftskirche <> 1871 Bürstadt (II/23) <> 1873 Mainz, St. Christoph (II/25) <> 1874 Einhausen, kath. (II/24) <> 1876 Wies-Oppenheim (I/9) <> 1879 Mainz, Rochusspitalkirche.

(2) Jakob Eberlein war der Sohn und Schüler, später Nachfolger von (1). Er setzte die Werkstatt fort, modernisierte sie, konnte aber gegen die gewachsene Konkurrenz nicht mithalten. Daher ist er nur mit Reparaturen nachweisbar. Die Werkstatt bestand bis etwa 1920.

Literatur — Carl Villinger, Der alte Orgelbauer ist tot! Ein Gedenkblatt auf das Grab des kürzlich verstorbenen Orgelbaumeisters Jakob Eberlein, in: Kirchen Zeitung für Worms und Umgebung 3, Nr. 28, 9. Juli 1933 <> Bösken 1967 <> Balz 1969, S. 357–361 <> Werner Pelz, Der Mainzer Domkapellmeister Georg Viktor Weber (1838–1911), Köln 1991, S. 73f.


Hermann Fischer

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  • Zuletzt geändert: 2020/08/27 20:43
  • von kk