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D’ESTER, CARL (JACOB) * Vallendar 29. Sept. 1838 | † Wiesbaden 14. Okt. 1879; Dirigent und Komponist

Carl D’Ester war Sohn des Kommerzienrates Michael Josef D’Ester und dessen Frau Adele geb. Haus zu Vallendar. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Koblenz studierte er in Karlsruhe (SoSe 1858 und SoSe 1859 im Corps Franconia nachweisbar) und als Philologiestudent im WiSe 1858/59 an der Universität Bonn. Dort war er auch etwa ein Jahr im Corps Rhenania aktiv. Weiterer Studienort ist womöglich Würzburg. Im April 1862 schrieb er sich im Leipziger Konservatorium ein, ging 1863 aber schon wieder ab. Laut Inskriptionseintrag (s. Quellen) lernte er u.a. beim Trierer Musikdirektor Stephan Dunst, spielte Pianoforte und wollte „auch noch ein Streichinstrument erlernen“. Ab 1867 ist D’Ester in Frankfurt nachweisbar, unter anderem im katholischen Kirchengesangverein (Didaskalia 17.Febr. 1867). 1868 wurde D’Ester Dirigent des Frankfurter Orchestervereins, wo er bereits etwa 2 Jahre tätig gewesen war. Von 1870 bis 1873 war er Gesangslehrer an der Frankfurter Musikschule. 1874 wurde er Nachfolger von Béla Kéler als Musikdirektor im Kurorchester in Wiesbaden und dirigierte dieses erstmals am 22. Febr. 1875 öffentlich mit Händels Samson. Er übernahm die Leitung des Cäcilienvereins und es erfolgte die erste vollständige Wiesbadener Aufführung der Matthäuspassion von J. S. Bach am 27. März 1877. Nach dem Tod D’Esters wurde Leonhard → Wolff Dirigent des Cäcilienvereins. Bei D’Esters Begräbnis auf dem Wiesbadener Nordfriedhof sang der Chor des Vereins den Choral „Wenn ich einmal soll scheiden“ aus der Matthäuspassion.

WerkeAve Regina (SATB, 2 Vl., Va., 2 Hr., Vc. u. Kl./Org.; auch KlA.) op. 1, Offenbach: André [1868]; D-KNh, D-OF (Stichvorlage, s. Abb.) <> 4 Lieder aus dem Schenkenbuche (Im Weinberg, Alles eitel, Wünsche, Trinklied) op. 2, Frankfurt a/M.: Henkel [1870] <> Fantasiestücke (Kl.) op. 3, ebd. [1873] <> hs. Albumblatt, Wiesbaden 1878, s. RISMonline

Quellen und Referenzwerke — StA-Register Wiesbaden <> MMB <> Amtliches Verzeichniß des Personals und der Studirenden der Königlichen Rheinischen Friedrich Wilhelmsuniversität zu Bonn, WS 1858/59 <> Inskriptionseintrag des Konservatoriums Leipzig 1862, D-LEmh (Archiv A 1.1, 966) <> Adressbücher Frankfurt/M. <> Didaskalia 1867–1872 <> NZfM 2. Okt. 1868 u. 27. Juni 1879 , 24. Okt. 1879 <> Signale für die musikalische Welt 8. Apr. 1869 u. 1880 <> Musikalisches Wochenblatt 14. Apr. 1871 und 31. Okt. 1879 <> Jürgen Sachs, Ur- und Erstaufführungen von Opern, Operetten, Singspielen und Orchesterwerken in Wiesbaden seit 1810, Ms. in D-MZmi <> Herrmann 1928, S. 203 <> Matrikel der Bonner Rhenanen 1820–1970, Bonn 1970, S. 116f. <> Kahle, Bernd-A., Corps Franconia 1839–1989 – Eine Chronik, Karlsruhe 1989, S. 41

Literatur — Wolfgang Jung, „Nehmt denn hin, ihr schönen Seelen, Froh die Gaben schöner Kunst“ – Der Chor der Stadt Wiesbaden 1847–1997, Wiesbaden 1997, S. 60–67 <> Anneliese Schnell, Daten, Fakten und Personen – Der Chor der Stadt Wiebaden 1847–1997, Wiesbaden 1998, S. 57 u. 63


Martin Bierwisch

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  • Zuletzt geändert: 2020/04/28 16:28
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