buergy

BÜRGY (Familie)

(1) Johann Conrad * Schaffhausen-Buchthalen 6. Nov. 1721 | † Homburg 17. Apr. 1792; Orgelbauer

(2) Philipp Heinrich * Nieder-Florstadt 30. März 1759 | † Dornholzhausen 1. März 1824, Sohn von (1); Orgelbauer

(3) Johann Ludwig Wilhelm * Nieder-Florstadt 2. Aug. 1761 | † Durlach 31. Aug. 1838, Sohn von (1); Orgelbauer

(4) Johann Georg * Homburg 25. Aug. 1771 | † Gießen 27. Okt. 1841, Sohn von (1); Orgelbauer


(1) Johann Conrad Bürgy erlernte das Orgelbauhandwerk vermutlich in Schaffhausen, kam auf der Wanderschaft nach Hessen und war frühestens ab 1754 Geselle bei Johann Friedrich Syer in Nieder-Florstadt. Nach Arbeiten in der Residenzstadt Homburg wurde er 1764 dort Bürger und machte sich selbstständig. Er erweiterte seinen Wirkungsbereich von der Wetterau in den Taunus (Usingen) und nach Isenburg-Büdingen. 1766 wurde er Hessen-Homburgischer Hoforgel- und Instrumentenbaumeister.

Werke — 1769 Bockenheim, jetzt Diedenbergen (II/19), 1783 Wehrheim (I/16), 1789 Rohrbach (I/10). Denkmalprospekte: 1782/87 Bad Homburg, Schlosskirche (III/38), 1787 Bieber (I/12), 1788 Langen-Bergheim (I/12), 1791 Oberursel, kath. (II/26). Erhalten von den zahlreichen in der Werkstatt entstandenen Klavieren ist ein signiertes Hammerklavier (1780) in Privatbesitz.


(2) Philipp Heinrich Bürgy führte gemeinsam mit seinen Brüdern die Werkstatt als Gebr. Bürgy bis etwa 1808 weiter. Mit dem Tod der Mutter trennten sich die Geschwister. Philipp Heinrich, der auf einer Reise mit Georg Joseph →Vogler Erfahrung gesammelt hatte, wurde Alleininhaber und verlegte den Betrieb 1812 nach Dornholzhausen.

Werke — 1797 Bieber (I/13), 1798 Büdingen ref. (I/15), 1801/05 Wetzlar ref. (II/24), 1803 Bleichenbach (I/15 erhalten), 1805 Groß-Karben (I/12 erhalten), 1807 Leun (I/12) und Bruchköbel luth. (I/10, in Bergen-Enkheim privat aufgestellt), um 1810 Frankfurt, Weißfrauen, 1812 Gelnhaar (Prospekt in Queck erhalten), 1815 Günterod (I/9 verändert erhalten) , 1820 Birklar (I/11 erhalten). Weiterhin baute Bürgy Klaviere, Positive, Harmonikas, Glasharmonikas und Hausorgeln.


(3) Johann Ludwig Wilhelm Bürgy verließ 1807 die gemeinsame Werkstatt und heiratete die Witwe des Orgelbauers Volkmar Voit (1772–1806) aus Schweinfurt in Durlach. Seine Ehe blieb kinderlos, er bildete aber seinen Stiefsohn Louis Voit aus, der den Durlacher Betrieb ab 1828 unter seinem Namen weiterführte.

Werke — 1795 Weilburg (I/15), 1807 Freistett (I/18), 1831 Germersheim ref. (II/20), 1832 Rheinsheim, 1833 Neuthard (II/26).


(4) Johann Georg Bürgy wurde u. a. bei Jakob Courtain in Osnabrück ausgebildet, kam auf der Wanderschaft nach Wien und Budapest und heiratete am 1809 die Orgelbauerstochter Dorothea Rühl in Gießen. Später übernahm er dort die Werkstatt des verstorbenen Schwiegervaters. Sein Arbeitsgebiet war Oberhessen und die Lahngegend. Mangels eines Nachfolgers ging mit ihm die Werkstatt zu Ende; sein Geselle Johann Georg Förster baute 1842 in Lich ein neues Unternehmen auf.

Werke — 1822 Biskirchen (I/12), 1823 Melbach (I/13), 1832 Wissmar (I/17), 1834 Obercleen (I/10), 1835 Bisses (I/10), Lang-Göns und Gettenau bleiben unvollendet.


Aus den Bürgy-Werkstätten sind mindestens 40 Orgeln hervorgegangen. Das Prospektmodell besonders der zweiten Generation mit klassizistischem Dekor und seitlicher Spielkonsole ist ein unverwechselbares Erkennungsmerkmal.

Literatur — Maria Bringezu-Paschen, Johann Conrad Bürgy, Orgel- und Instrumentenmacher zu Homburg vor der Höhe, Bad Homburg 1970 <> Martin Balz, Art. Bürgy, in: MGG2P


Hermann Fischer

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  • Zuletzt geändert: 2019/03/05 01:41
  • von kk