beckc

BECK, C. F. („CHRISTIAN FRIEDRICH“), Musiker und Komponist(en)

Mendel zufolge war Christian Friedrich Beck „zu Ende des 18. Jahrhunderts in Kirchheim geboren“ und „lebte als trefflicher Pianist und Musiklehrer in Mainz“. Tatsächlich lässt sich in Kirchheim (unter Teck) ein Musiker namens Beck feststellen, der allerdings Christoph Friedrich hieß, 1758 geboren wurde, 1784 als Mädchenlehrer heiratete und noch 1836 in dieser Funktion sowie als Musikdirektor und Organist in Kirchheim erwähnt wird. Möglicherweise ist er es, dem die zwischen 1786 und 1793 bei Boßler, Amon in Heilbronn und André erschienenen Ausgaben zuzuschreiben sind. Dass jener Beck zwischenzeitlich seine Anstellung aufgab zugunsten des unsicheren Musiklehrerdaseins und im vorgerückten Alter nach Mainz zog, wo er um 1807 und dann in den 1820er Jahren instruktive Klavier- und Vokalmusik veröffentlichte, ist zumindest zweifelhaft; aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um einen anderen Musiker, denjenigen, den Schilling (ohne die älteren Werke und Kirchheim zu erwähnen) einen „der vorzüglichsten Clavierspieler und Lehrer der neuesten Zeit“ nennt und den er in Mainz vermutet. Allerdings kann es sich nicht um Christian Gottlob Friedrich Beck (einen Sohn des Kirchheimers) handeln, der schon 1820 verstarb, und ein Klavierlehrer namens Beck ist zudem in Mainz vorläufig nicht nachweisbar. Eine zusätzliche Irritation besteht darin, dass die Leipziger AmZ in den Jahren 1822 bis 1824 drei Werke eines „C. T. Beck“ bespricht, der aber wiederum identisch ist mit jenem „C. F. Beck“, der in den 1820er Jahren bei Schott publizierte. Gerber (NTL), der unter dem Lemma „Beck (Christ. [!] Friedr.)“ den „Komponist[en] und Klavierist[en] in Kirchheim“ nennt, sah schon damals die Gefahr der Verwechslung im Blick auf all die „Müller, Schmiedte, Becken u. s. w.“. Eitner mischt noch Werke des Mannheimers Franz Beck hinzu, allerdings bekennend, dass es fraglich sei, „ob der obige B. gemeint ist“, und Matthäus 1973 (S. 258) identifiziert Gerbers Kirchheim mit der „pfälzischen Residenz Kirchheim-Bolanden“. Bevor sich keine stichhaltigen Indizien zur Auflösung des Rätsels auffinden lassen, sei an dieser Stelle nur festgehalten, dass Mendels Christian Friedrich Beck mutmaßlich in zwei Personen eventuell unterschiedlichen Vornamens zu teilen ist – es sei denn, der „alte Beck“, also Christoph Friedrich, wäre tatsächlich nach längerer Enthaltsamkeit als Siebziger noch einmal kompositorisch aktiv geworden (auszuschließen ist das nicht), was aber Schilling zu einem anderen Urteil hätte kommen lassen.

Mutmaßlich dem „Kirchheimer Beck“ („C. F. Beck“, also Christoph Friedrich) zuzuweisende WerkeDeux sonates, une avec violon, autre à quatre mains op. 1, Speyer: Boßler [1786]; s. RISM BB 1509 I, 10 <> Concert (Kl., Orch.) op. 2, Speyer: Boßler [1788]; verschollen <> Six Menuets à quatre mains sur un clavecin ou piano forte, Heilbronn: Amon [ca. 1792; Nachdruck Offenbach: André [1793]]; s. RISM BB 1509 I, 12 <> weitere Werke: s. Gerber NTL; Bearbeitungen bei André in Offenbach: s. Matthäus 1973, S. 258

Werke des „Mainzer“ C. F. Beck (Auswahl) — Vokalwerke: Chor für vier Männerstimmen auf den Charfreitag, Mainz etc.: Schott [1829]; s. RISM BB 1509 I, 1 <> Unser Vater in Musik gesetzt für vier Singstimmen, ebd. [1826]; s. RISM BB 1509 I, 2 <> Lieder für drey Kinderstimmen, 6 Hefte, ebd. [1823–1826]; s. RISM BB 1509 I, 3, 4, 5, 6 <> Zwoelf leichte Lieder für Anfaenger im Singen und Clavier, 2 Hefte, ebd.[1827–1829]; s. RISM BB 1509 I, 78 <> Instrumentalwerke: Ouverture (Orch. bzw. Kl.), Mainz: Schott [1828] <> Concerto (Kl., Orch.), Mainz: Schott [1824]; s. RISM BB 1509 I, 9 <> Six Pieces faciles (Kl. 4ms), Mainz: Schott [1822]; s. RISM BB 1509 I, 13 (zusätzlich D-KWbeer; s. Abb.) <> XVIII petites pièces très faciles (Kl.), 2 Hefte, Mainz: Schott [ab 1807]; s. RISM BB 1509 I, 15 (Heft 1) <> XII Variationen (Kl.), ebd. [1820]; s. RISM BB 1509 I, 18 <> weitere Variationswerke für Klavier sowie Bearbeitungen, außerdem Trois Duos (2 Vl.), ebd. [1828]

Quellen und Referenzwerke — KB Kirchheim unter Teck <> AmZ (s. Reg.) <> HmL, MMB, Kat. Schott 1900 <> Gerber NTL, Mendel/Reissmann, SchillingE, EitnerQ <> Matthäus 1973, Schneider 1985


Axel Beer

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
  • beckc.txt
  • Zuletzt geändert: 2020/05/14 01:18
  • von sr